Wirtschaft: Freie Flächen gibt es noch genug

Wirtschaft : Freie Flächen gibt es noch genug

Knapp 40 Industrie- und Gewerbegebiete gibt es im Eifelkreis. Wir zeigen mit Blick auf die fünf größten, wie sich Angebot und Nachfrage entwickeln.

„Viel Potenzial für aufstrebende Durchstarter“ heißt es in einer Broschüre, die der Eifelkreis gemeinsam mit dem Zweckverband Flugplatz Bitburg und der Stadt Bitburg vor wenigen Monaten hat drucken lassen. Darin geworben wird unter anderem für ein 150 Hektar großes Areal auf dem Bitburger Flugplatzgelände. Laut Broschüre handelt es sich dabei um die landesweit größte zusammenhängende Industrie- und Gewerbefläche.

Wer also richtig viel Platz benötigt und unter Umständen auch noch Verwendung für eine Start- und Landebahn hat, für den ist der Bitburger Flugplatz, dessen Grundstücke voll erschlossen für 18 bis 22 Euro pro Quadratmeter angeboten werden, genau das Richtige.

 Zwar gibt es für diesen Bereich bislang noch kein Baurecht, doch zeigt sich der für die Vermarktung zuständige Flugplatz-Zweckverband für alles offen. Eine kleinteilige Nutzung dieser Fläche wäre demnach genauso möglich wie eine großflächige. Wobei letzteres mit deutlich weniger Erschließungsaufwand verbunden wäre.Gleiches gilt auch für weitere 20 Hektar im sogenannten C-Shelter-Bereich. Platz für Gewerbe- und Industrieansiedlungen aller Art gibt es auf dem insgesamt 4,8 Millionen Quadratmeter großen Flugplatzgelände also noch genug.

Im Industriegebiet Weinsheim, dem mit 1,14 Millionen Quadratmetern zweitgrößten Gewerbegebiet des Eifelkreises, sieht es hingegen anders aus. Wie der bei der VG-Verwaltung Prüm zuständige Mitarbeiter Robert Ennen erklärt, seien in Weinsheim sämtliche Grundstücke vermarktet. Geplant sei eine Erweiterung um zehn bis 15 Hektar, sagt Ennen, doch befinde man sich bei diesem Vorhaben erst im Anfangsstadium. „Das Problem ist, dass vor allem große Flächen gesucht werden“, so der VG-Mitarbeiter. Und die seien – mit Ausnahme des Flugplatzes – im Kreisgebiet eher dünn gesät.

Während Weinsheim vor allem mit seiner guten Verkehrsanbindung an die Bundesstraßen 51 und 410 sowie die Autobahn A 60 punktet, ist es beim Gewerbegebiet Zweikreuz Irrel vor allem die Nähe zu Luxemburg. Der interkommunale Gewerbepark bei Irrel liegt gerade mal zwei Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernt. Vor gut zehn Jahren haben sich auf dem insgesamt 440 000 Quadratmeter großen Areal die ersten Betriebe angesiedelt.

Von den 20 Hektar Gewerbe- und Industrieflächen, die im ersten Bauabschnitt in Irrel erschlossen wurden, sind laut Nico Hagen von der VG-Verwaltung Südeifel derzeit noch 8,5 Hektar verfügbar. „Bei Bedarf können wir noch weitere zehn Hektar erschließen“, sagt Hagen. In den Preisen für die voll erschlossenen Grundstücke macht sich die Grenznähe bemerkbar: Je nach Lage und Zuschnitt kostet der Quadratmeter zwischen 15 und 25 Euro, womit das an der B 257 gelegene Gewerbegebiet Zweikreuz zu den teuersten im Eifelkreis gehört.

Deutlich günstiger ist das Bauland im knapp 26 Hektar großen Kommunalen Wirtschaftspark A60/Fließem. Dort liegt der Quadratmeterpreis bei lediglich acht Euro. Derzeit jedoch hilft das aber nicht wirklich weiter. Zwar gibt es in dem am Knotenpunkt von A 60 und B 51 gelegenen Gewerbegebiet noch einiges an unbebauter beziehungsweise ungenutzter Fläche, doch befinden sich diese Grundstücke in Privatbesitz.

Wie Wolfgang Klaas, Geschäftsführer des Wirtschaftspark-Zweckverbands, erklärt, gebe es derzeit Gespräche mit einem Eigentümer, um weitere fünf Hektar Land anzukaufen. „Momentan können wir leider nichts anbieten“, sagt Klaas. Bei Nachfragen verweise man deshalb auf das nicht weit entfernte und ebenfalls an der A 60 gelegene Industrie- und Gewerbezentrum Badem.

Theoretisch könnte Klaas natürlich auch auf das Gewerbegebiet Auf Merlick Bitburg verweisen. Das allerdings gehört nicht mehr zur VG Bitburger Land. Im mittlerweile vierten und 284 000 Quadratmeter großen Bauabschnitt auf Merlick sind von den insgesamt 182 000 Quadratmetern bebaubarer Fläche noch rund 25 000 übrig. Förderfähige Betriebe zahlen dort 16,50 Euro pro Quadratmeter, alle anderen 19,50 Euro. Ein fünfter Abschnitt ist laut Armin Seiwert von der Bitburger Stadtverwaltung derzeit nicht geplant. Wie Seiwert erklärt, hänge alles weitere auf Merlick von den Entwicklungen in der Nachbarschaft ab. Im Süden nämlich grenzt das Gewerbegebiet schon fast an den Flugplatz und im Nordosten an das inzwischen von den US-Amerikanern geräumte Housing-Areal.  Und sowohl beim einen als auch beim anderen Nachbarn ist noch viel Platz – für was auch immer.