Stadtrat Prüm wertet die Spielplätze auf

Stadtentwicklung : Bald wird’s hier bunter

Der Stadtrat Prüm peppt alle Spielplätze auf, einige davon kräftig und mit ordentlich Geld. Mathilde Weinandy und Bernd Weinbrenner entdecken ihre Großelternrolle. Und Bodo Hiltawski erlebt nicht weniger als ein Wunder.

Wer weiß, ob sie später einmal vom Prümer Februarwunder raunen werden. Für Bodo Hiltawski von der SPD ist es jedenfalls eins. Der Grund: Die Stadt möbelt, nach einstimmigem Beschluss im Rat am Dienstagabend, ihre Spielplätze kräftig auf. Drei davon mit großen Geräten, die anderen mit kleineren Ankäufen und Ausbesserungen.

Zuerst aber lobt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy (CDU) den betreffenden Arbeitskreis, dem neben Eltern und Kindergärtnerinnen auch einige Ratsmitglieder angehören: Der habe alle Plätze – „die sind ja nicht mehr so zeitgemäß“ – in Augenschein genommen und überlegt, was man dort verbessern könne.

Spielgeräte im Prümer Kurpark. Foto: Fritz-Peter Linden

Vor allem drei von ihnen standen im Fokus: die Anlage im Kurpark, die am Kalvarienberg und der Spielplatz in der Wenzelbachstraße, den auch die Kinder aus dem neuen, nahen Baugebiet in der Steinertsbach benutzen sollen. Gerade dort will man auch für die ganz kleinen Besucher etwas tun, die demnächst über einen Verbindungspfad zum Platz tigern können.

Spielgeräte im Prümer Kurpark. Foto: Fritz-Peter Linden

Was man in den drei Anlagen an Geräten aufstellen will, präsentiert dann Günter Wilwers vom Bauamt der Verbandsgemeinde: Große, bunte, vielfältig nutzbare Kletter-, Rutsch- und Balancierbauten, das Element im Kurpark werde Ausmaße von 20 mal 25 Metern haben, sagt Wilwers.

Die Kosten: fünfstellig. Mitsamt Nebenarbeiten, sagt die Stadtbürgermeisterin auf TV-Anfrage, werde man wohl auf mehr als 100 000 Euro kommen. Kein Problem, niemand meckert. Harald Valentin (CDU, Weinsfeld), ebenfalls im Ausschuss, freut sich zudem über die große Einigkeit, die in allen Gesprächsrunden geherrscht habe – und die Vorschläge, die dabei entwickelt worden seien: „Das war wirklich klasse.“

Das sieht Johannes Reuschen, Vorsitzender der Prümer Bürgerbewegung (PBB) und der gemeinsamen Fraktion mit den Freien Wählern, ebenso: PBB-Ausschussmitglied Frank Kirsch, ohnehin schon lange engagiert bei allem, was Kindern dient, habe ebenfalls die „ganz hervorragende, gute Zusammenarbeit“ gerühmt.

Wer will da noch widersprechen? Keiner. Trotzdem kann Bodo Hiltawski seine Süffisanz kaum im Zaum halten: „Ein Wunder ist in Prüm passiert! Seit 20 Jahren regt die SPD-Fraktion attraktivere Spielplätze an!“ Zum Beweis hat er sogar einen TV-Ausschnitt von 1999 dabei. Aber immer seien nur Billigvarianten in Betracht gezogen worden. „Selbst im letzten Jahr wolltest du, Mathilde, noch ehrenamtlich eine Kletterburg aufstellen lassen.“ Oder habe da der 26. Mai (der Wahltermin) eine Rolle gespielt?

Die Bürgermeisterin lächelt’s weg. Sagt aber auch: Bei den Preisen für die Geräte „haben viele schon geschluckt. Aber jetzt bin ich über meinen Sparsamkeitsfimmel weggesprungen.“ Und, ja, vielleicht habe es ja auch eine Rolle gespielt, dass sie Großmutter sei.

Das nächste, vielleicht noch größere, Wunder vollzieht sich gleich danach, ohne ähnlich euphorisch besungen zu werden: Bernd Weinbrenner (SPD) stimmt vorbehaltlos zu. Was da gerade präsentiert worden sei, „gefällt mir sogar sehr gut“, sagt er.

Lediglich zum Spielplatz in der Steinkaulstraße sei nichts gesagt worden, diese Anlage aber – „und da kommt jetzt der Großvater in mir raus“ – sei ja „weniger als nichts“. Aber auch da, verspricht Mathilde Weinandy, seien Verbesserungen geplant: „Den Platz haben wir nicht vergessen.“

Das Gesamtvorhaben geht einstimmig durch. Und falls noch jemand Anregungen für einen schönen, von Anwohnern gepflegten Spielplatz brauche, rät Franz-Josef Keilen (CDU) zum Besuch in Dausfeld: „Wir machen den Spielplatz seit 30 Jahren in Eigeninitiative. Kommt mal gucken, der ist schön.“

Schön ist an diesem Sitzungsabend aber auch die Verabschiedung des Prümer Forstrevierleiters Reimund Köhl: „Ich bin heute das letzte Mal hier, um Ihnen den Forstwirtschaftsplan vorzulegen“, sagt er, und die ganze Ratsrunde antwortet mit hörbarem Bedauern.

Köhl referiert kurz darüber, dass man im vorigen Jahr wegen Windwurf und Borkenkäferplage weniger Holz im Prümer Forst geschlagen habe als geplant, für 2019 sei der Einschlag von 400 Kubikmetern vorgesehen, vor allem in Niederprüm und am Kalvarienberg.

Fragen dazu hat keiner, die Stadtbürgermeisterin lässt Köhl aber nicht wieder fort, ohne ihm für seine 37-jährige Tätigkeit zu danken: „Sie haben uns sehr gut beraten“, sagt Mathilde Weinandy, sie habe vor allem das stets freundliche und vertrauensvolle Miteinander geschätzt. Köhl gibt den Dank gern zurück – und ruft die Fraktionen dazu auf, seinem Nachfolger Daniel Möller das gleiche Vertrauen entgegenzubringen.

Applaus für Köhl – und ein warmes Willkommen für Möller, der sich im Anschluss dem Rat auch gleich vorstellt. Er sei vor einiger Zeit aus Hessen in die Eifel gekommen, sagt er – „und diese Entscheidung habe ich bisher noch nie bereut“. Sie hören es gern in Prüm.