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Hans-Peter Linz stellt das Buch "Erebus - Ein Schiff, zwei Fahrten und das weltweit größte Rätsel auf See" vor

Roman : Erebus - Ein Schiff, zwei Fahrten, ein Rätsel

Die Franklin-Expedition zum Nordpol im Jahr 1845 gilt als die größte Katastrophe der königlich-britischen Marine. Zwei Schiffe, die H.M.S. Terror und die H. M.S. Erebus sollten die Nordwestpassage am Nordpol finden.

Ziel war es, damit eine neue Handelsroute zwischen Europa und Asien zu etablieren.

Dazu führten sie Vorrat für eine Expeditionsdauer von drei Jahren mit sich. Beide Schiffe kehrten aber  nie mehr zurück, sie waren im Winter im Packeis festgefroren und kamen nicht mehr frei. Ihre Mannschaften gaben die Schiffe auf und versuchten auf dem Fußweg in Sicherheit zu gelangen.

Sie hatten keinen Erfolg. 134 Seemänner und Offiziere der britischen Marine starben am Nordpol im ewigen Eis.

Das Wrack der Erebus wurde 2014 entdeckt, das der Terror zwei Jahre später.

Die Tragödie war Vorlage für den Horror-Roman „The Terror“ von Dan Simmons und für die gleichnamige Fernsehserie (bei der übrigens „Alien“-Produzent Ridley Scott  beteiligt war). Michael Palin, britischer Journalist und Mitglied der britischen Komikergruppe Monty Python, machte sich hingegen die Mühe und studierte in den Archiven der britischen Marine in London alle noch erhaltenen Dokumente des Flaggschiffs der Expedition, der Erebus.

Auf 400 Seiten erzählt er äußerst packend, aber gleichzeitig auch sehr Fakten-orientiert die Geschichte der Erebus und der Menschen, die auf ihr ihren Dienst taten – bis zur Entdeckung ihres Wracks am Nordpol.

Das Buch ist äußerst spannend und plastisch geschrieben. Dabei ist es nicht nur unterhaltsam, sondern ist auch eine Mahnung an die Menschen, die Natur nicht zu unterschätzen und die eigenen Fähigkeiten nicht zu überschätzen.

Hans-Peter Linz

Michael Palin: Erebus – Ein Schiff, zwei Fahrten und das weltweit größte Rätsel auf See (Mare –Verlag, Hamburg 2019, ISBN 978-3-86648-604-1.