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Kommentar zur Umsetzung des neuen Radverkehrkonzepts Bitburg

Meinung : Räder als Verkehrsmittel wahrnehmen

Besonders Zugezogenen fällt es  auf: Das Fahrrad ist in der Eifel vor allem ein Freizeitgerät und nicht ein Verkehrsmittel. Wochenends radelt man gern, wer aber von A nach B kommen muss, steigt viel zu schnell ins Auto, anstatt in die Pedale zu treten.

Dabei ist der gute alte Drahtesel einer der entscheidenden Faktoren, die eine klimafreundliche Verkehrswende  voranbringen könnten.

Allerdings ist es nicht verwunderlich, dass Fahrräder  in Bitburg nicht unbedingt als sinnvolles Element des Individualverkehrs wahrgenommen werden. Nur wer früh – sprich als Schüler – schon die Vorzüge des Rades erkannt hat und früh dran gewöhnt wurde, mal schnell zum Rad zu greifen, wird als Erwachsener auch seinen Einkauf trotz Schweiß und kleiner Transportnachteile nutzen. Und welchen Eltern will man es verübeln, dass sie ihre Kleinen nicht auf zwei Rädern zur Schule schicken. Fehlende Fahrradspuren, ein übersichtliches Netz und eine gefühlte Gefahrenlage lassen alle Alarmglocken läuten.

Nur wenn die Infrastruktur stimmt und sicher ist, keine Schlaglöcher drohen, keine Wege im Nirgendwo enden und auch die Stadtteile über  Wirtschaftswege mit den Schulstandorten verbunden sind, kommt es zum Umdenken. Niemand darf damit rechnen, dass ganz Bitburg demnächst radelt, nur weil das Radverkehrsnetz besser ist. Aber selbst wenn es ein paar Jahre dauert, langfristig lohnt sich die Investition.

f.auffenberg@volksfreund.de