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TV-Serie Glücksorte in der Eifel: Frabillenkreuz, Ferschweiler Plateau

TV-Serie „Glücksorte in der Eifel“ : Mystisch, magisch, märchenhaft – Faszination Frabillenkreuz

In der TV-Serie „Glücksorte in der Eifel“ werden geheime Plätze mit Wohlfühlfaktor vorgestellt. Heute: Das Frabillenkreuz auf dem Ferschweiler Plateau.

Glücksorte in der Eifel sind immer auch Kraftorte. Wie das Ferschweiler Plateau, eine bewaldete Hochebene aus Sandstein, die wie ein Schiff auf dem grünen Wiesenmeer der Südeifel treibt.

An den Rändern, in den senkrecht aufragenden Felswänden, ist sichtbar, wie das Wasser den Stein formte. Rillen, Waben und bizarre Löcher lassen den 190 Millionen Jahre alten einstigen Meeresboden aussehen wie ein Stück Butter, dem mit einem gezackten Steakmesser zu Leibe gerückt wurde. Das weiche Wasser war stärker als der harte Stein.

Was die Bevölkerung sich offenbar zum Vorbild nahm. Der angelsächsische Missionar Willibrord, der Ende des 7. und Anfang des 8. Jahrhunderts von Friesland kommend Eifel und Ardennen christianisierte, war jedenfalls dickköpfiger als die keltischen Druiden, die bis dahin in der Gegend ihr Glaubensgeschäft betrieben. Willibrord meißelte – angeblich eigenhändig – einen 4,5 Meter hohen Menhir der 5000 Jahre alten Megalithkultur zu einem christlichen Kreuz mit zwei kleinen Nischen um, vielleicht um Devotionalien dort abzustellen.

Dem wackeren Briten gelang es jedoch nur, das oberste Stück des Hinkelsteins per Kaltverformung zu bearbeiten. Herausgekommen ist – versteckt am Wegesrand stehend – ein mittlerweile etwas geschrumpfter Koloss mit Schlumpf-Figur: unten dick, oben dünner. Der Magie tut das jedoch keinen Abbruch. Die Einheimischen nennen den Menhir Frabillenkreuz, vermutlich benannt nach der orakelhaften Sybille als weissagender Frau. Es wird gemunkelt, man dürfe sich beim Berühren des bemoosten Kreuzes etwas wünschen.

Wunschlos glücklich ist man jedenfalls, wenn man einfach auf märchenhaft schönen Wanderrouten das Ferschweiler Plateau durchstreift. Es gibt leichte Rundwege oder anspruchsvollere Traumsteige, die über kleine Kletterpartien vom Plateau hinab zur Sauer verbunden sind.

Das Frabillenkreuz ist  über Wanderwege von Ferschweiler oder Bollendorf zu erreichen (GPS 49.87417, 6.37083).

 Die Vulkaneiflerin Angelika Koch hat das Buch "Glücksorte in der Eifel" geschrieben. Es ist im Frühjahr erschienen und führt quer durch die Region. Foto: Droste Verlag
Die Vulkaneiflerin Angelika Koch hat das Buch "Glücksorte in der Eifel" geschrieben. Es ist im Frühjahr erschienen und führt quer durch die Region. Foto: Droste Verlag Foto: Droste Verlag

Dieser Text stammt aus: „Glücksorte in der Eifel“, Angelika Koch, Droste Verlag, 14,99 Euro.