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Umfrage: So denkt die Eifel über die Lockerungen

Stimmen zur Corona-Lage : Umfrage: So denkt die Eifel über die Lockerungen

Manche Geschäfte werden ab Montag öffnen dürfen, Großveranstaltungen sind bis zum Spätsommer tabu: Trübe Aussichten für die komenden Monate. Unsere Umfrage aber zeigt: Viele Eifeler halten die Regelungen für angemessen.

Marita Theis (64), Speicher: „Ein bisschen Angst vor der Krankheit ist bei mir schon da. Den ganzen Tag zuhause sitzen, könnten ich in diesen Zeiten deshalb gar nicht. Ich bin froh, dass ich mit meinem Hund Amy etwas rauskomme, und auch mit Menschen reden kann — natürlich mit Abstand. Das bringt mich auf andere Gedanken. Dass die Lockerungen stufenweise kommen, finde ich in Ordnung. Man sollte nicht zu schnell alles hochfahren, sonst steigen die Infektionszahlen.“ Foto: TV/Christian Altmayer
Sylvester Wagner (68), Dudeldorf: „Man muss klein anfangen mit den Lockerungen. Alles andere wäre zu gefährlich. Eine große Einschränkungen für mich selbst ist das im Moment nicht. Ich muss eben öfter telefonieren.“ Foto: TV/Christian Altmayer
Bogumila Czarneca (31), Speicher: „Dass die Geschäfte und Schulen bald wieder öffnen können, ist eine gute Nachricht. Lebensmittel kaufen und andere Dinge online bestellen — das geht zwar alles. Wir müssen jetzt aber nach vorne schauen. Den ganzen Tag zuhause zu sitzen, ist auf Dauer kein Leben. Die Rückkehr in die Normalität sollte langsam anlaufen.“ Foto: TV/Christian Altmayer
Gunter Schmalz (82), Bitburg: „Diese ganze Corona-Panik ist übertrieben. Das einzige, was wir brauchen, ist eine klare Anordnung von den Virologen. Hände waschen, Abstand halten. Wenn sich alle an die Regeln halten, steht einer Öffnung nichts im Weg.“ Foto: TV/Christian Altmayer
Thi-Thuy-Thu Tong (36), Bitburg: „Seit zwei Wochen trage ich Mundschutz in der Öffentlichkeit. Nicht nur zum Selbstschutz, sondern auch aus Respekt vor älteren Menschen, die ich nicht anstecken möchte. Ich finde es daher gut, dass die Regierung das jetzt empfiehlt. Die Lockerungen halte ich für angemessen. Ich glaube, die Leute in Bitburg haben ein Bewusstsein für die Gefahr entwickelt. Sie halten Abstand, achten aufeinander. Wenn das so bleibt, können auch Geschäfte öffnen. Bei Restaurants wird es noch dauern. Und obwohl wir selbst eins haben, finde ich das richtig. Wir würden momentan ungern das Risiko eingehen, aufzumachen. Mitte Mai —wäre das, mit etwas Abstand zwischen den Tischen eine andere Sache.“ Foto: TV/Christian Altmayer
Gunter Brandenburg (62), Bickendorf: „Die Gefahr ist noch lange nicht gebannt, auch wenn viele das jetzt denken. Für radikale Lockerungen ist es daher noch zu früh. Schade finde ich, dass die Veranstaltungen so lange verboten bleiben. Auch, weil unserem Musikverein dadurch viele Auftritte entgehen. Ich würde auch gerne mal wieder ein Bier trinken gehen, oder mich in der Mittagspause in ein Restaurant setzen. Sehe aber auch ein, dass das im Moment eben nicht möglich ist, und denke mir: Es gibt Schlimmeres als diese Zeit in der Eifel zu überstehen. Hier hat man wenigstens Platz, kommt raus. Leute in kleinen Wohnungen und großen Städten tun mir Foto: TV/Christian Altmayer
Osman Salih (31), Bitburg: „Ich würde mich gerne an die Empfehlung halten, in der Öffentlichkeit einen Mundschutz zu tragen. Die Masken sind aber leider nirgendwo zu bekommen, genausowenig wie Desinfektionsmittel. Die Öffnung der Geschäfte halte ich für zu früh. Die Regierung hätte besser zehn bis fünfzehn Tage gewartet. Sorge macht mir außerdem, dass die Leute sich nicht immer an die Abstandsregeln halten. In der Bitburger Fußgängerzone sehe ich etwa oft große Gruppen zusammensitzen. Die unterschätzen die Gefahr.“ Foto: TV/Christian Altmayer

Seit Mitte März ist das Leben nicht mehr wie es war. Und wer sich radikale Lockerungen von der Pressekonferenz am Mittwoch erhoffte, wurde enttäuscht. Manche Geschäfte werden zwar ab Montag öffnen dürfen. Und auch der Unterricht in den Schulen wird stufenweise hochgefahren. Veranstaltungen aber bleiben bis Herbst untersagt, die Lage der Gastronomie unklar, und die Kontaktsperren erhalten. Wir haben uns auf den Straßen mal ein wenig umgehört. Dabei zeigte sich: Zumindest die meisten Teilnehmer unserer nicht-repräsentativen Umfrage können die Einschränkungen verkraften und nachvollziehen.