Hammer-Attacken: 52 Autos in Trier zertrümmert

Hammer-Attacken: 52 Autos in Trier zertrümmert

52 mit einem Hammer zerstörte Autos und 650.000 Euro Sachschaden - das ist die Bilanz eines beispiellosen mitternächtlichen Zerstörungs-Zugs über Autohäuser-Gelände in Trier-Nord. Die Polizei nahm einen aus der Russischen Föderation stammenden 43-Jährigen in Tatort-Nähe fest.

Trier. (rm.) Es krachte, als würden Schüsse abgefeuert. Als aufgeschreckte Bewohner von Trier-Nord am gestrigen Freitag gegen 1 Uhr aus dem Fenster schauten, sahen sie, wie ein Mann auf dem Gelände eines Autohändlers mit einem Hammer auf Fahrzeuge einschlug, und alarmierten die Polizei. Die Beamten nahmen wenig später ganz in der Nähe einen 43-Jährigen fest; das Tatwerkzeug fanden sie unter einem der Wagen.

Das Ausmaß des Schadens offenbarte sich im Lauf des Tages erst nach und nach. Am Nachmittag meldete die Polizei, insgesamt 52 Personenwagen seien durch Hammerschläge auf Karosserien und Scheiben zertrümmert worden. Nach vorläufigen Schätzungen belaufe sich der angerichtete Sachschaden auf 650.000 Euro.

Hinter vorgehaltener Hand sprachen die Ermittler von einem "beispiellosen Zerstörungs-Feldzug". Am meisten betroffen ist das Audi-Zentrum Trier, auf dessen Außengelände 33 zum Teil hochwertige Fahrzeuge beschädigt wurden. Auf dem Areal des benachbarten Volkswagen-Zentrums fielen 18 Autos den Hammerschlägen zum Opfer. Bei einem BMW-Händler wurde ein Kunden-Wagen malträtiert.
Der Festgenommene stammt aus der Russischen Föderation. Weitere Angaben über ihn und seine Motive wollte die Polizei nicht machen. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl beantragt; der Tatverdächtige soll heute dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Die Versicherungsfragen müssen noch im Detail geklärt werden. Grundsätzlich gilt aber: Beschädigte Wagen sind über die Autohäuser versichert. Betroffene Kunden müssen sich keine Sorgen machen, da es sich um sogenannte "Obhutsschäden" handelt. Die Autohäuser-Betreiber allerdings rechnen mit einem hohen Selbstbeteiligungs-Anteil, den sie tragen müssen - und das zu Beginn eines Jahres, das die Automobilbranche als "schwierig" einschätzt.
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