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Bei der Windkraft drückt Perl aufs Tempo

Bei der Windkraft drückt Perl aufs Tempo

Der Perler Gemeinderat hat das raumplanerische Verfahren zur Ausweisung neuer Standorte für Windräder auf den Weg gebracht. Der Rat stimmte für die Einleitung des Verfahrens, mit dem der Flächennutzungsplan der Gemeinde entsprechend geändert werden soll.

Perl. Im November (der genaue Termin steht noch nicht fest) sollen die möglichen Standorte, die das Planungsbüro Argus Concept im Auftrag der Gemeinde Perl ermittelt hatte, bei einer öffentlichen Informationsversammlung im Vereinshaus vorgestellt werden. Dies dient der im Planungsverfahren vorgeschriebenen frühzeitigen Bürgerbeteiligung.
Das Vorhaben steht, wie in der Sitzung deutlich wurde, unter hohem Zeitdruck. Sowohl von der Verwaltung als auch aus den Reihen des Rates heraus wurde betont, dass das angestrebte Ziel, nämlich die Errichtung neuer Windräder bis Ende 2013 abgeschlossen zu haben, sehr ehrgeizig gesteckt sei.
Achim Später von Argus Concept stellte die Flächen vor, die sein Büro auf Perler Gebiet als geeignet betrachtet. Im einzelnen schlägt Argus Concept folgende Standorte vor: Schladerwald, Renglischberg, Schildwacht, eine Fläche südwestlich von Borg, eine weitere westlich von Büschdorf, eine südlich von Büschdorf sowie Kirchenfels.
Wie Später sagte, habe das Planungsbüro bei seinen Betrachtungen die Vorgaben der Gemeinde berücksichtigt und die Hänge des Moseltals aus der Betrachtung ausgeschlossen, um dort das Landschaftsbild nicht zu beeinträchtigen: "Es sollen keine Windräder mitten in die Weinberge gestellt werden." Außerdem habe man sich darauf verständigt, einige wenige größere Flächen auszuweisen anstatt einer Vielzahl von Kleinstflächen.
Auch habe man vorrangig jene Standorte ausgewählt, die "vorbelastet" seien, in deren Nähe also bereits Windkraftanlagen bestehen. Aber auch die jetzt ermittelten Standorte werfen noch in mancher Hinsicht Fragen auf.
So ist nach den Worten von Später nach wie vor ungeklärt, inwieweit der Renglischberg als Windkraftstandort aus Artenschutzgründen überhaupt zulässig ist. Ähnliches gilt für die Flächen Schildwacht sowie südwestlich von Borg. Bei der Ausweisung der genannten Flächen ist das Gutachterbüro von einem Mindestabstand von 800 Meter zur bebauten Ortslage ausgegangen.
Bei der Diskussion im Rat darüber, welche Flächen im weiteren Verfahren berücksichtigt werden sollen, scheiterte die FDP-Fraktion mit ihrem Vorschlag, schärfere Ausschlusskriterien festzulegen. FDP-Sprecher Franz Keren beantragte, dass ein Mindestabstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung eingehalten werden müsse, zudem sollten keine Windräder in Waldgebieten errichtet werden dürfen. Keren: "Man darf in dem allgemeinen Hype um Windräder nicht die Belange und Interessen der Bürger vernachlässigen."
CDU-Fraktionschef Ernst-Rudolf Ollinger hielt es jedoch für verfrüht, sich jetzt schon so sehr festzulegen, "wiewohl wir die Bedenken bezüglich des Mindestabstandes zur Wohnbebauung teilen". Dennoch wolle die CDU so viele Flächen wie möglich in das Planungsverfahren aufnehmen.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Lothar Schreiner sagte, es sei "zum jetzigen Zeitpunkt unklug, absolute Aussschlusskriterien zu manifestieren". Über die von der FDP aufgeworfenen Fragen könne man noch zu einem späteren Zeitpunkt im Planungsverfahren entscheiden. cbec