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Bikefestival im Hochwald: Doppelter Spaß – im Gelände und im Stand

Freizeit : Bikefestival im Hochwald: Doppelter Spaß – im Gelände und im Stand

Aktiv im Wald, auf Asphalt oder stationär auf dem Fitnessgerät: Biker haben sich am Wochenende in Kell und Mandern ausgetobt.

Volles Programm für Radbegeisterte war an diesem Wochenende für Teilnehmer des Teufelskopf-Bikefestivals angesagt. Los ging es am Samstag in Kell am See mit dem Cyclingmarathon an der Hochwälder Radstation. 115 Fahrer kamen direkt am Ruwer-Hochwald-Radweg zwar auf ihren Fitnessstudio-Rädern nicht vom Fleck, strampelten dafür aber in elfter Auflage für den guten Zweck. Die bisher für karitative Einrichtungen gesammelten 12 800 Euro konnten so laut den Veranstaltern um weitere 2000 Euro aufgestockt werden.

Zusammengekommen ist die Summe aus den gesammelten Startgeldern des Marathons und der Teilnahmegebühr für eine geführte Radtour zur Eröffnung eines neuen Bikeparks am Erbeskopf. Spendenschecks wurden an die Villa Kunterbunt, das Fairplay-Team, Benefiz­radler, das Radteam Nestwärme und erstmals auch an BikeAid übergeben, die einen beim Training verunglückten Mountainbiker unterstützen.

Sehr früh, zumindest für sonntägliche Verhältnisse, machten sich die Radtouristikteilnehmer am Folgetag ab 7 Uhr auf ihre bis zu 153 Kilometer langen Strecken auf normalen Straßen rund um Mandern. Nicht ganz so früh stiegen die Country-Touren-Fahrer auf die Räder. „Der Trend geht ganz klar ins Gelände“, bestätigt Werner Mencher, Vorstandsmitglied des RC Bike Mandern. Sein Verein bot bereits zum 27. Mal Radsportfreuden ein Bikefestival mit Touren durch Feld, Wald und Flur oder auf Asphalt an. Nur ein Drittel entschied sich für die Straße, denn, so Mencher: „Ohne Autoverkehr auf schönen Pfaden und in spektakulärer Landschaft zu radeln, wird einfach immer beliebter.“ Das sei heute der eigentliche „Kick“. Angeboten wurde allerdings auch eine flache, familien- und kinderfreundliche Variante von Mandern bis zum Keller See und zurück.

Damit das alles wie am Schnürchen klappt, hat der RC Bike mehr als 60 Helfer mobilisiert. „Das geht von der Unterstützung bei der Anmeldung über die Küche, die Essensausgaben, das Team am Schwenkgrill bis zu den Kontrollpunkten und den Schlussfahrern, die nachschauen, ob niemand auf der Strecke geblieben ist“, erklärt Mencher.

Am Tag davor strampeln Trainerin Lisa Ziermann aus Osburg und 115 Teilnehmer beim Cyclingmarathon in Kell für soziale Projekte. Foto: Herbert Thormeyer

Im Vorfeld war wichtig, für alle Strecken die erforderliche Genehmigung zu bekommen. „Wir mussten uns verpflichten, alles so zu hinterlassen, wie wir es vorgefunden haben“, sagt der Vorstand und lobt sogleich die Leitung des für die Erlaubnis zuständigen Forstamts Saarburg. „In dieser Behörde herrscht ein radsportfreundliches Klima.“ Denn über schmale Traumschleifenpfade zu radeln, ist sonst verboten, damit die Wanderer nicht gestört werden. Diese wurden mit Hinweisschildern vorgewarnt, dass es zu Begegnungen mit den Zweirädern kommen kann.

Einer der Teilnehmer am Sonntag ist Jörg Leineweber, gebürtiger Schillinger und Wahlsaarländer. „Für mich ist das alles Heimat hier. Die Trails sind richtig Klasse“, sagt er. Er sei mit sechs Teilnehmern vom RSF Phönix aus Riegelsberg nach Mandern gekommen. Sabine Berwanger aus Kastel im Saarland reiste ebenfalls mit einer Sechsergruppe an und sagt: „Wir waren im letzten Jahr zum ersten Mal dabei. Es hat uns so gut gefallen, da mussten wir einfach wiederkommen.“ Der besondere Reiz seien die engen Waldpfade, aber auch breitere Wege. Immer treffe sie Bekannte, und es entwickelten sich schöne Gespräche.

Große Stücke hält auch die Leiterin der Tourist-Information in Kell, Walburga Mayer, auf die Radsportveranstaltung: „Hier wird Radfahrern gezeigt, welche Bandbreite der Möglichkeiten im Hochwald geboten wird.“ Die Veranstaltung sei ein Werbeträger für den Tourismus. Das zeige sich auch, wenn Touristen gezielt nach Radwandern fragten.

Der RC Bike Mandern freut sich über die Jahre hinweg über eine stetig wachsende Zahl von Pedaltretern. „Wir haben mal mit 50 angefangen und sind jetzt bei 400“, sagt Mencher. Der Erlös fließt in die Jugendarbeit seines Clubs. Derzeit werden zwölf Jugendliche von zwei Trainern betreut.