1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

"Das ist für uns fast wie ein Sommerfest" - Rallye-WM macht bei Bilstein in Mandern Station

"Das ist für uns fast wie ein Sommerfest" - Rallye-WM macht bei Bilstein in Mandern Station

Im Hochwald hautnah dabei: Die weltbesten Piloten legen am Samstag bei der ADAC Rallye Deutschland vor den Werkstoren der Firma Thyssen Krupp Bilstein einen längeren Boxenstopp ein. Die Veranstalter rechnen damit, dass sich rund 3000 Motorsportfans dieses Spektakel nicht entgehen lassen und auf Autogrammjagd gehen wollen.

Seit dem Jahr 2011 ist "der Bilstein", wie das Werk im Hochwald im Volksmund kurz genannt wird, kontinuierlich mit von der Partie, wenn die Rallyeweltmeisterschaft einmal im Jahr in und um Trier gastiert. Erneut werden einige Tausend Zuschauer erwartet, wenn die Stars der Szene von der sogenannten "Panzerplatte", dem Truppenübungsplatz, aus Baumholder kommen und in Mandern einen technischen Zwischenstopp machen. Um Punkt 12.54 Uhr wird nach dem offiziellen Zeitplan der erste der rund 300 PS starken Hauptakteure in das Regrouping (siehe Extra) einfahren. Die ersten Fahrzeuge werden jedoch schon vorher da sein.Kurzes aufregendes Spektakel


Für das Werk, aber auch für Mandern und andere Orte der Verbandsgemeinde Kell am See bietet dieser Samstag deshalb ein kurzes, aber um so aufregenderes Spektakel aus der Welt des großen, weltweiten Motorsportes. Und es bietet Betroffenen die Möglichkeit, mit Imbissständen die Vereinskasse etwas aufzubessern und gleichzeitig auf die touristischen Schönheiten und Vorzüge der Region aufmerksam zu machen. Immerhin liegt der Ort des Geschehens direkt am Rande des Ruwer-Hochwald-Radweges.
"Wir sind seit fünf Jahren kontinuierlich dabei, das ist auch eine gute Möglichkeit der Außendarstellung für unser Werk. Wir waren sogar schon mit Bildern vom Werk in der Tagesschau vertreten", sagt Jan Kirch von Thyssen Krupp Bilstein in Mandern. Der Automobil-Zulieferer rechnet wie in den vergangenen Jahren mit "etwa 3000 bis 3500 Besuchern" und betont: "Das Regrouping ist die einzige Möglichkeit, etwas von der Rallye aus nächster Nähe kostenfrei zu sehen und Atmosphäre zu schnuppern. Bei uns brauchen die Besucher keinen Rallyepass."

Und für die Mitarbeiter hat der größte Event des Jahres im Veranstaltungskalender auch etwas Gutes. Sie können an den Ständen ihre ausgegebenen Verzehrbons einlösen. "Für unsere Mitarbeiter", sagt Kirch, "ist dieser Tag immer so etwas wie ein Sommerfest. Das hat einen ganz eigenen Charakter. Gerade für uns als Zubehör-Lieferer für die Automobil-Industrie ist das etwas ganz Besonderes."

Für Bürgermeister Martin Alten von der Verbandsgemeinde (VG) Kell am See ist das Ereignis "eine runde Sache für unsere Verbandsgemeinde, dem wir sehr positiv gegenüberstehen. Immerhin trifft sich dort die Weltelite dieses Sports. Das ist ja keine Selbstverständlichkeit, dass diese Leute hier zu uns kommen". Etliche Wehrleute aus der VG seien als Helfer für die Parkplatzregelung und diverse Absperrungen eingesetzt. "Sie fangen zum Teil schon freitagabends an und sorgen dafür, dass samstags der Ansturm der Teilnehmer und von Tausenden Besuchern reibungslos verläuft. Von daher unterstützt die VG dieses Ereignis nachdrücklich. Dafür gebührt den Wehrleuten unser ausdrücklicher Dank."
Auf einen Nachhaltigkeitseffekt hofft auch das Tourismus-Gewerbe im Hochwald. "Wir haben bisher die Erfahrung gemacht, dass bei dieser Gelegenheit sehr viel mehr Leute zu uns kommen und sich mit Prospekten eindecken", sagt Walburga Meyer von der Tourist-Information in Kell am See. Ihr Haus sei natürlich "nur die vermittelnde Instanz", und messbare Ergebnisse im Hinblick auf einen Nachhaltigkeitseffekt könne man schwer liefern. Aber, so Meyer, "diese ganze Geschichte in Mandern ist natürlich schon ein spektakuläres Ereignis, und wir hoffen insbesondere auf das nachgelagerte Geschäft. Bei solchen Highlights müssen wir mit unseren Stärken punkten, und dazu sind wir in der Lage."Extra

Regrouping nennt man im Rallyesport Pausen zwischen Wertungsprüfungen (WP), bei denen die Teilnehmer abgesperrte Teilstrecken in Bestzeit absolvieren müssen. Bei einem Regrouping werden die Teams wieder zusammengeführt. Eventuell entstandene Zeitlücken können so geschlossen werden. Nach dem Regrouping gehen die Teams mit ihren Fahrzeugen auf die zweite Schleife des Tages, auf der die WP des Vormittags noch einmal absolviert werden müssen. Bei den Autos handelt es sich größtenteils um wettbewerbs-optimierte Kompaktfahrzeuge der Hersteller Volkswagen, Ford, Hyundai oder Citroën. Den Fans wird empfohlen, möglichst bis spätestens 11.30 Uhr vor Ort zu sein.