Große Pläne für das kleine Onsdorf

Große Pläne für das kleine Onsdorf

Klaus Fuchs, Ortsbürgermeister in Onsdorf, dem kleinsten Ort der VG Konz, hat große Pläne: Er möchte Baustellen vor Ort anbieten können, das Mobilfunknetz in seine Heimat bringen und die Dorfmoderation wiederbeleben. Das Internet hat er bereits zum Laufen gebracht.

Onsdorf. 25 Jahre lang hat Klaus Fuchs bereits im Onsdorfer Ortsgemeinderat mitgearbeitet. Als der vorherige Ortschef Johann Steffes dann bei der Wahl im Mai nicht mehr antrat, hieß es in der SPD-Fraktion: "Mach du es, du bist am längsten dabei." Und Klaus Fuchs trat an.
Mit 51,9 Prozent der Stimmen setzte er sich gegen seinen Kontrahenten Hubert Schartz von der WG Schartz durch. Und nun hat der 65-Jährige Großes vor im rund 130 Einwohner zählenden Dorf.
Das erste Ziel hat er schon erreicht: Die Internetverbindung, die unter seinem Vorgänger vor zwei Jahren angeleiert wurde, läuft nun endlich. Dafür hat der selbstständige Kaufmann, der Motoren- und Hydrauliköl vertreibt, so einige Male den Telefonhörer in die Hand genommen. Per Funk ist Onsdorf nun mit dem weltweiten Netz in Kontakt. Fuchs: "Die Nutzer sind relativ zufrieden, es gibt nur ab und an kleine Aussetzer."
Ein weiteres wichtiges Thema sind für Fuchs Baustellen für den Ort. "Wir brauchen eine kleine feine Ecke, in der man bauen kann. Wir haben nichts anzubieten, das wurde in der Vergangenheit versäumt." Dafür sucht er Land zu vernünftigen Preisen, denn die Ortsgemeinde besitzt keine Flächen. Fuchs: "Wenn wir nichts bekommen, muss man sich fragen: Wer pustet hier als Letzter die Kerze aus?" Die Einwohnerzahl von Onsdorf schrumpft stetig. Gab es 1905 noch 266 Onsdorfer, waren es 1970 nur noch 200, 2005 noch 141 und 2013 dann nur noch 131. "Der Nachwuchs hatte keine Chance, sesshaft zu werden", sagt Fuchs. Auch Leerstände gebe es nur wenige.
Dafür aber Nachfragen nach Bauplätzen. "Seitdem ich im Amt bin, haben schon vier Auswärtige bei mir angefragt", sagt der Ortschef. Doch fehlt es in Onsdorf nicht nur an Flächen, auch ein anderes Bedürfnis potenzieller Zuzügler kann nicht erfüllt werden: ein vernünftiger Handyempfang. Die Interessenten hätten als erstes nach Internet und der Mobilfunkverbindung gefragt, sagt Fuchs.
Und so gehört es ebenfalls zu den Zielen des Ortsbürgermeisters, ein Handynetz im Ort zu etablieren. "Die Leute 70 plus fragen nicht danach, aber die bis zu 30 Jahre alten schon", sagt der Vater von zwei Kindern und Großvater zweier Enkel. Immerhin: In der Umgebung läuft der Mobilfunk, auch in Mannebach, das wie Onsdorf im Tal liegt.
Klaus Fuchs hat außerdem vor, die Dorfmoderation im Rahmen der Dorferneuerung wieder mit Leben zu füllen. Vor zwei Jahren sei damit begonnen worden, dann sei das Ganze etwas eingeschlafen. Für ein Projekt, nämlich die Verschönerung eines Dorfplatzes, sei nun das Geld bewilligt. Ideen für weitere Projekte gebe es viele, zwei Beispiele: Der Platz am Bürgerhaus sollte erneuert und das Dach der Einrichtung saniert werden.
Auch ein weiteres Manko will der Ortschef angehen: Er will die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr verbessern, denn bislang kommt nur der Schulbus in den Ort. Zudem möchte Fuchs die landwirtschaftlich geprägte Infrastruktur erhalten. Vier Vollerwerbs-Landwirte und ein Vollerwerbs-Winzer sind um Onsdorf aktiv. Da alle Nachwuchs haben, hofft Fuchs, dass die Nachfolge gesichert ist.
Extra

Der TV stellt nach und nach die neuen Ortsbürgermeister in den Dörfern der Verbandsgemeinde Konz vor. Von den elf Ortsgemeinden haben sechs einen neuen Chef: Kanzem, Nittel, Onsdorf, Tawern, Temmels und Wasserliesch. cmk