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Lebensretter, Kämpfer und Meter-Millionäre

Lebensretter, Kämpfer und Meter-Millionäre

HERMESKEIL. Ein halbes Jahrhundert für die Bevölkerung im Wasser und am Beckenrand im Einsatz: Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Ortsgruppe Hermeskeil feierte ihr 50-jähriges Bestehen in den Räumlichkeiten des Naturparks Saar Hunsrück. Neben der fotografischen Rückschau von Peter Dupont mit den bewegensten Moment der Vereinsgeschichte wurden dabei auch verdiente Mitglieder ausgezeichnet.

Nachdem der Bademeister nach nur einer Woche das Handtuch warf, war der damalige Bürgermeister Otto Trösch zum sofortigen Handeln gezwungen. "Christian, willst du das nicht übernehmen?", habe er ihn damals gefragt, erinnert sich der heute 88-jährige Ehrenpräsident der DLRG-Ortsgruppe Hermeskeil, Christian Gettmann, an das wohl alles entscheidende Gründungs-Gespräch. Gettmann nahm über 10 000 Abzeichen ab

Gettmann sagte sofort zu, besuchte einen 14-tägigen Ausbildungskurs und gründete mit fünf Hermeskeiler Jungs im Jahre 1956 den ersten DLRG-Stützpunkt im Landkreis Trier. Gettmann konnte trotz einer Wassertemperatur von 20 Grad Celsius im "Brandeweiher" - dem damaligen Schwimmbad - immer mehr Jungen und Mädchen für den Verein gewinnen. Sechs Jahre später wurde dann die Ortsgruppe Hermeskeil offiziell ins Leben gerufen. Gettmann leitete deren Geschicke bis 1991 und nahm in diesem Zeitraum über 10 000 Schwimmabzeichen ab. Dann übernahm Gerd Bitter den Verein, der freudestrahlend die Mitglieder, Ehrengäste, Gäste und Gratulanten zur Jubiläumsfeier begrüßte. Der Schwerpunkt der Vereinsarbeit in den vergangenen zehn Jahren bestand in der Schwimm- und Rettungsschwimmerausbildung und in der Ableistung von ehrenamtlichen Wachstunden im Freibad - die aber beinahe hinfällig wurden. Denn gemeinsam mit dem Förderverein "Rettet das Freibad", kämpfte die DLRG massiv gegen die mehrmals angedrohte Schließung des Freibads an. "Ich bin sehr froh, dass uns das Bad erhalten bleibt", freut sich Bitter. "Etwas rückläufig", so Bitter, sei die Teilnahme an Wettkämpfen geworden, bei denen der Verein in der Vergangenheit auch schon bundesweit Erfolge erzielte. Mitte der 90er-Jahre brach die aus Kastel stammende Rettungsschwimmerin Christiane Klein den bestehenden Deutschen Rekord in der Disziplin "50 Meter Schleppen der Rettungstruppe". "Metermillionäre" wurde die Schwimmstaffel nach einem "24-Stunden-Schwimmen", in Kordel getauft. Die Truppe schwamm die Rekordstrecke von 241 Kilometern, was einer Strecke von Hermeskeil bis Stuttgart entspricht. Für seine vorbildliche Talentförderung erhielt der Verein bereits das "grüne Band der Dresdner Bank". Dagegen ganz abgetaucht ist das Wasserballteam "White Sharks", dass zehn Jahre auf Torejagd ging. "Wenn sich wieder mehr Leute engagieren würden, könnte man auch wieder mehr machen", sagt Bitter. Die DLRG-Ortsgruppe hat derzeit 394 Mitglieder, davon sind 228 Kinder und Jugendliche - sie ist damit eine der stärksten Ortsgruppen des Bezirks Eifel/Mosel. "Wichtig ist für uns die Gegenwart und die Zukunft", gibt Bitter klar die Vereinsausrichtung vor. Neben einer fotografischen Rückschau von Peter Dupont wurden bei der Jubiläumsfeier folgende Vereinsmitglieder vom DLRG-Landesvorsitzenden Achim Haag geehrt: Christian Gettmann für 50-jährige Mitgliedschaft und Silvia Lofi, Stefan Bösen und Thomas Jost für 15 Jahre aktive Mitarbeit.