1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Nach Abriss des Amtshauses sind in Freudenburg Ideen gefragt - Gemeinde will Beirat einschalten

Nach Abriss von Amtshaus und Trauerhalle : Architektenideen für Freudenburger Ortskern gefragt – Gemeinde will Expertengremium einschalten

Was soll auf dem Gelände entstehen, wo zuvor das alte Amtshaus von Freudenburg stand? Der Ortsgemeinderat will für diese Entscheidung den Sachverstand von Architekten mit einschalten. Auch in Sachen Lebensmittelmarkt tut sich was im Ort.

Was wird aus dem Platz im alten Freudenburger Ortskern, auf dem bis vor kurzem noch das historische Amtshaus und die Trauerhalle standen? Die Beantwortung dieser Frage gibt dem Gemeinderat Freudenburg reichlich Anlass zur Diskussion.

Doch zunächst klärt Ortsbürgermeister Alois Zehren in der jüngsten Sitzung über die geschätzten Abrisskosten auf, denn von der Verbandsgemeindeverwaltung Saarburg-Kell wurde für den Abriss des Gebäudes die unglaubliche Summe von 320 000 Euro errechnet.

„Ich hatte mich in den Vorberatungen zum Haushalt 2020 geweigert, diesen Betrag in den Haushaltsplan aufzunehmen. Daraufhin hat die Verwaltung auf einen Betrag in Höhe von 150 000 Euro für den Abriss des alten Amtsgebäudes und 80 000 Euro für die Trauerhalle, mithin also 230 000 Euro, bestanden“, erklärt der Ortschef. Tatsächlich angefallen sind jetzt 105 000 Euro, nachdem die Ortsgemeinde die Angelegenheit für beide Gebäude selbst in die Hand genommen hat.

Hans-Peter Jäger (SPD) stellt fest: „Der Abriss hat ein großes Loch in die Ortsmitte gerissen. Wir müssen prüfen, ob eine Wiederbelebung möglich ist.“ Vielleicht ein Haus mit angepasster Architektur, eine Grünanlage mit Parkflächen?

„Das Gelände muss nicht unbedingt bebaut werden“, findet Volker Schu (Unabhängige Wählergruppe). „Wo die Trauerhalle stand, könnte doch der Startpunkt des Wanderweges mit Infotafel installiert werden“, schlägt Jörg Thielmann (Wählergruppe Bräutigam) vor. Weiter oben könnten Parkflächen mit Bäumen und weiteren Grünzonen entstehen.

Ortsbürgermeister Zehren warnt: „Die Denkmalpflege ist weiterhin mit im Boot, wenn auch nicht mehr so stark wie vor dem Abriss.“ Er schlägt vor, den Architektenbeirat des Landkreises Trier-Saarburg einzuschalten, ein ehrenamtliches Gremium, das kürzlich leicht umgestaltet und zum Mobilen Planungs- und Gestaltungsbeirat umbenannt wurde (siehe Infobox). Das Gremium solle beraten, um Vorschläge für die künftige Nutzung des Areals zu bekommen.

Martin Konter (Unabhängige Wählergruppe) warnt: „Vorher müssen wir die historische Stadtmauer begutachten.“ Die müsse besonders sorgfältig betrachtet werden, sagt auch der Ortschef und will bei der Naturschutzbehörde eine Genehmigung fürs Freischneiden von Bewuchs beantragen. Eine neue, kleinere Trauerhalle könnte seiner Ansicht nach in den Pfarrgarten kommen, was die Gremien der Pfarrei befürworten. Nur grünes Licht vom Bistum fehlt noch.

Für Bernd Gödert (SPD), den früheren Ortsbürgermeister, ist es wichtig, dass das Areal wieder bebaut wird, denn er möchte, dass die städtebaulichen Fakten aus dem Mittelalter, also eine komprimierte Bebauung des Burgberings, erhalten bleiben. Den Startpunkt des Wanderweges dorthin zu legen,lehnt Gödert ab. Er will den Startpunkt der König-Johann-Runde auf dem Dorfplatz belassen. Seine Begründung: Er wolle an der besonderen Attraktion dort festhalten, nämlich, dass die Wanderer gerade einmal 50 Meter von der Zivilisation entfernt auf einen seit Jahren naturbelassenen, urwaldähnlichen Bereich stießen.

Der Rat beschließt schließlich einstimmig – bei einer Enthaltung von Bernd Gödert – den Planungs- und Gestaltungsbeirat des Landkreises nach Freudenburg einzuladen, um sich von den Fachleuten Ideen für das Gelände des ehemaligen Amtshauses erarbeiten zu lassen.

Am Rande der Sitzung wurde außerdem bekannt, dass sich neben Norma ein weiterer Discounter für Freudenburg als Standort interessiert. Dem Vernehmen nach soll es sich um die Handeslskette Rewe handeln.