Nebel in der Werkstatt

WELSCHBILLIG. (red) Der Betriebshof der Familie Thieltges in Welschbillig wurde zum Schauplatz einer eindrucksvollen Vorführung der Feuerwehr. Zahlreiche Schaulustige verfolgten die Übung.

Bei Bilderbuchwetter mit strahlendem Sonnenschein waren zahlreiche Neugierige der Einladung der Welschbilliger Wehr gefolgt und beobachteten die Jahresübung. Günter Müller, Chef der Welschbilliger Löschmannschaft, kommentierte die einzelnen Übungsabschnitte am Mikrofon: "Uns geht es heute nicht um eine Schnelligkeitsübung - vielmehr soll den Zuschauern gezeigt werden, wie vielseitig die Anforderungen an eine moderne Feuerwehr heute sind." Von dieser Tatsache konnte sich das anwesende Publikum im Rahmen von drei Teilübungen überzeugen. Zunächst wurde angenommen, dass ein Mann beim Werkeln an seinem privaten PKW unter dem wageneingeklemmt wurde. Das Auto musste gegen Wegrollen gesichert werden. Der Mann konnte rasch von Feuerwehr und Maltesern durch Einsatz von Hebekissen befreit werden. Im zweiten Übungsabschnitt sollte gezeigt werden, wie die Feuerwehr drohenden Umweltgefahren begegnet. Ein LKW hat "übungshalber" den 40 000 Liter Diesel fassenden Außentank der Betriebstankstelle gerammt. Aus einem Loch tritt der Betriebstoff aus. Rasches Handeln ist gefragt. Die Wehrleute sicherten zunächst die umliegenden Kanaldeckel durch Gully-Dichtkissen gegen das Eindringen des Diesels in die Kanalisation, stellten dann ein behelfsmäßiges Auffangbecken her und vereschlossen das Loch mit einem speziellen Dichtkissen. Schließlich folgte der dritte und letzte Teil der Übung - hier ging die Feuerwehr ihrer ureigenen Aufgabe, dem Brandschutz nach. Mit einem Nebelgenerator wurde die Werkstatt der Familie Thieltges völlig vernebelt. Die vorgehenden Trupps mussten nun eine Person in den Räumen suchen und retten. Nachdem diese gefunden und in Sicherheit gebracht worden war, erläuterte Wehrführer Günter Müller den Zuschauern das Verfahren der "Überdruckbelüftung". Hierzu wurde durch das teilweise Öffnen eines Tores eine Abluftöffnung geschaffen, durch die der Rauch abziehen sollte. Anschließend wurde ein Feuerwehr-Lüfter - im Prinzip ein riesiger Ventilator - vor der Werkstatttür aufgestellt. Innerhalb weniger Minuten war die Werkstatt frei von Rauch. Dichte Nebelschwaden quollen vorne aus dem teilweise geöffneten Tor. Die Gäste waren sich einig: "Ein imposantes Schauspiel - das sieht wirklich aus wie echter Rauch." Im Anschluss an die Übung fand eine Besprechung im Feuerwehrgerätehaus Welschbillig statt. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land, Wolfgang Reiland, dankte den Wehrleuten für die gezeigten Leistungen und bemerkte: "Der große Zuspruch bei den zahlreichen Zuschauern zeigt, dass in Welschbillig die Einwohner hinter ihrer Feuerwehr stehen und sich für deren vielseitige Arbeit interessieren."

Mehr von Volksfreund