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Gewerbe
Versöhnliche Töne zur Eröffnung

 Geschäftsführer Max Pescher (am Rednerpult) stellt das Team der Asphaltmischanlage vor (von rechts): Christopher Witt (stellvertretender Mischmeister), Betriebsleiter Robert Gross, Vertriebsleiter Jörg Weber, Laborleiter Marco Schneider und Julia Fronhofer (Logistik und Administration). Bild rechts: Die Saar und das Zelt, das für die Eröffnungsfeiern aufgestellt wurde.
Geschäftsführer Max Pescher (am Rednerpult) stellt das Team der Asphaltmischanlage vor (von rechts): Christopher Witt (stellvertretender Mischmeister), Betriebsleiter Robert Gross, Vertriebsleiter Jörg Weber, Laborleiter Marco Schneider und Julia Fronhofer (Logistik und Administration). Bild rechts: Die Saar und das Zelt, das für die Eröffnungsfeiern aufgestellt wurde. FOTO: TV / Marion Maier
Taben-Rodt . In einem großen Zelt haben die Düro Steinwerke die Inbetriebnahme der Asphaltmischanlage Taben-Rodt gefeiert. Das Werk wurde geladenen Gästen und den Taben-Rodtern vorgestellt. Nach einer Zeit des (juristischen) Streits war nun von Dialog die Rede. Von Marion Maier
Marion Maier

E-Mail-Adresse: m.maier@volksfreund.de

Um die 100 Menschen waren zur Eröffnung der Asphaltmischanlage im Taben-Rodter Steinbruch am Donnerstag eingeladen: Vertreter von Baufirmen und der Straßenbaubehörden der Länder Rheinland-Pfalz, Saarland und Luxemburg, außerdem Lokalpolitiker wie die Gemeinderatsmitglieder von Taben-Rodt und Serrig sowie die Kreisbeigeordnete  Jutta Roth-Laudor, die den Landrat vertrat. Viele von ihnen waren gekommen.

Am Freitag waren dann die Einwohner von Taben-Rodt dran (siehe Zweittext). Ein großes, komfortables Zelt mit Fenstern schützte die Gäste, die bewirtet wurden, vor dem Regen. Zur Unterhaltung spielte die Band Langer Mütze.

Die Entscheidung, eine Asphaltmischanlage im Taben-Rodter Steinbruch zu bauen, ist fünf Jahre alt, wie Max Pescher, Geschäftsführer der Asphaltmischanlage Taben-Rodt (Amat) und der Düro Steinwerke, erklärte. In Anspielung auf die Diskussionen über die Anlage, und die Klage der Ortsgemeinde gegen die Genehmigung, sagte Pescher:

 Der Blick von oben auf die Saar. Rechts im Bild ist das Zelt zu sehen, das für die Eröffnungsfeiern aufgestellt wurde.
Der Blick von oben auf die Saar. Rechts im Bild ist das Zelt zu sehen, das für die Eröffnungsfeiern aufgestellt wurde. FOTO: TV / Maron Maier

„Es war ein langer, steiniger Weg bis hier hin. Nun wollen wir positiv nach vorne schauen.“ Das Unternehmen wolle den Dialog fortführen. Er sei sicher, dass sich die Befürchtungen der Kritiker nicht bewahrheiten würden und das Einvernehmen mit der Gemeinde wiederhergestellt werde.

Pescher stellte fest, dass der Straßenbau in Rheinland-Pfalz und Saarland ein wichtige Rolle spiele. Es gebe viel nachzuholen, nur in geringem Maße gehe es darum, das Fahrbahnnetz zu erweitern. Der Geschäftsführer wies daraufhin, dass bei der Produktion des Asphalts 20 Prozent der Energie und der Emissionen dadurch eingespart würden, dass  das Werk direkt an den Steinbruch angeschlossen sei. Der Asphalt bestehe zu 95 Prozent aus Gestein. Pescher: „Das hier ist ein grünes Vorzeigewerk.“

Jürgen Dixius, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, sprach ebenfalls zu den Gästen. Er wies darauf hin, dass der Steinbruch Düro ein Unternehmen mit jahrzehntealter Geschichte sei. Dixius: „Dessen sind wir uns in der Verbandsgemeinde und der Gemeinde bewusst und deshalb waren wir auch offen für die Erweiterung des Steinbruchs.“

Unterschiedliche Auffassungen habe es zur Frage gegeben, ob eine Industrieanlage dort richtig platziert sei. Das Saartal und die angrenzenden Hänge seien eine kulturhistorisch geschützte Landschaft. Das Asphaltwerk habe viele Fragen aufgeworfen zu Themen wie Emissionen, Lärm und Zunahme des Verkehrs. Die unterschiedlichen Auffassungen seien juristisch geklärt worden. Dixius sprach den Wunsch aus, dass der in Taben-Rodt produzierte Asphalt von so guter Qualität sei, dass die Straßen 50 Jahre hielten und nicht nach 20 Jahren saniert werden müssten. Er dankte Max Pescher für seine Gesprächsbereitschaft in Bezug auf die zukünftige Entwicklung im Steinbruch und die  touristische Aufwertung. Einen Rundwanderweg, der Einblicke in den Steinbruch gewährt, nannte er als Idee. Abschließend erinnerte er den Geschäftsführer an seine Zusage, dafür zu sorgen, dass der Verkehr um den Steinbruch herum nicht zum Problem werde.

FOTO: Herbert Thormeyer

Besuchergruppen stellen Fragen in 33 Metern Höhe

Von Herbert Thormeyer

140 Besucher hatten sich zum Tag der offenen Tür vorangemeldet. Gut 300 Interessierte, nicht nur aus Taben-Rodt, waren gekommen, um sich die Asphaltmischanlage aus der Nähe anzusehen. Alle Haushalte waren mit Handzetteln persönlich eingeladen worden. Geschäftsführer Max Pescher übernahm die Führungen persönlich, bis zur obersten Plattform in 33 Metern Höhe.

Die älteste Besucherin war
Brigitte Fehr. Der 89-Jährigen machten die vielen Stufen überhaupt nichts aus. „Das ist ein extraschönes Erlebnis“, fand die Seniorin, die sich noch gut daran erinnert, wie sie und andere Kinder oben auf den Berg gewandert waren, um die damalige Anlage so nah wie möglich zu sehen. Als Fremdkörper empfindet sie den gesamten Steinbruch nicht: „Das ist auch ein Stück Heimat.“

Mario Golinski ist zwar aus Kastel-Staadt, aber: „Mein Opa hat 30 Jahre hier geschafft.“ Und die Technik heute unterscheide sich doch sehr von dem, was ihm als Kind erzählt wurde. Der 69-Jährige kann die Ausführungen des Firmenchefs nachvollziehen: „Das ist neueste Technik, und irgendwo muss eine solche Anlage ja stehen, am besten dort, wo auch das Material zu finden ist, das verarbeitet wird.“

Rupert Schütz sammelte einen sehr positiven Eindruck bei der Besichtigung. Die Erfahrung des 66-Jährigen mit dem Steinbruch: „Klar, ab und zu hört man was, aber die haben doch enorm hohe Auflagen für den Betrieb.“ Die Bahn und die Autos, die entlangfahren, seien lauter.

Die Besucher hörten, dass Braunkohle für das Erhitzen des Bitumens, das unter den Schotter gemischt wird, verfeuert wird. „Was ist, wenn der Braunkohleabbau eingestellt wird?“, fragte der TV. „Das wissen wir noch nicht“, gab Amat-Geschäftsführer Pescher zu. Dieses Erhitzen gehe halt nur mit einer Flamme.