Von Rittern, Drachen und der großen Liebe

Von Rittern, Drachen und der großen Liebe

Glanzvolle Premiere am Gymnasium: Mit weit über 50 Mitwirkenden, vier verschiedenen Spielstätten und außergewöhnlichen Kulissen zeigte das Theaterprojekt "Armer Ritter" nach der Vorlage von Peter Hacks, welche Möglichkeiten die Ganztagsschule eröffnet, wenn begeisterungsfähige Schüler, ein engagiertes Kollegium, fachliche Hilfe von außen und der Mut zum Risiko eine gelungene Synthese eingehen.

Konz. Pünktlich um 19.30 Uhr drängelten sich erwartungsvolle und gut gelaunte Besucher, darunter hoher Besuch aus dem Rathaus, an der Pforte ins Mittelalter. Das Programmheft der Theaterwerkstatt am Konzer Gymnasium hatte ein "Open-Air-Theaterspektakulum" versprochen. Da traf es sich, dass der Abend zumindest anfangs mild war und es trocken blieb.

Von Stelzenläufern wurde das Publikum über den Schulhof geführt, der als mittelalterliche Kulisse hergerichtet war. Man bestaunte Schwertkämpfer bei der Ausbildung, erlebte Artisten, die sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornten, und ein Hofnarr trieb seinen Schabernack. Musiker sorgten für das Atmosphärische, und ein Stall mit lebenden Tieren rundete das Gesamtbild eines Ritterburghofes gut ab.

Die Stimmung im Publikum entwickelte sich prächtig, und als der Hof mit der Bestuhlung erreicht wurde, waren die geschätzten 300 Besucher bestens vorbereitet auf das Theaterstück. In "Armer Ritter" von Peter Hacks werden viele Aspekte des mittelalterlichen Rittertums angesprochen - es geht um Ehre, Intrigen und Kriegslist, die Haltung gegenüber Frauen, aber auch Not und Entbehrung. Den Akteuren gelang es, diese enorme Bandbreite abzudecken.

Schildknappe hat Lacher auf seiner Seite



Die dankbarste Rolle dabei hatte Kevin Mangrich als Schildknappe Kaspar. Er repräsentierte die Suche nach der Erfüllung menschlicher Bedürfnisse wie ein friedliches Leben mit gesicherter Lebensmittelversorgung mit viel Witz und hatte daher die meisten Lacher auf seiner Seite. Aber auch Armer Ritter (Oliver Lange) beeindruckte mit der Überzeugungskraft, mit der er seine Rollen als guter, aber äußerst naiver Held spielte. Ihm standen seine Gegenspieler, Vetter Gurlewanz (Anna Voigt) und Vetter Firlefanz (Alexandra Rischard) in nichts nach - wobei die beiden "Fieslinge" zusätzlich großartige Kostüme trugen.

Überhaupt war die Ausstattung des Spektakels opulent: Der Wald, in dem Armer Ritter den 13-köpfigen Drachen töten musste, war in das Grün auf dem Pausenhof integriert, und das Rankpflanzengerüst passte perfekt in die Szene im Schloss des Rosenkönigs. Die Zuschauer waren offensichtlich angetan.

Manuela Sabath und Michaela Dostert aus Konz waren einer Meinung: "Einfach toll!" Und Hartmut Schwiering, Vorsitzender der Konzer-Doktor-Stiftung, freute sich über die Leistungen der zwölf- und 13-jährigen Kinder: "Ich bin begeistert!"

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