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Buchrezension: Andrea Revers - Komm gut heim

Rezension : Ein neuer Fall für die Eifeler Miss Marple

Im KBV-Verlag ist der zweite Band „Komm gut heim“ von Krimiautorin Andrea Revers erschienen. Was steht drin?

Frederike Suttner ist pensionierte Kriminalhauptkommissarin und genießt ihre Rente - dachte sie zumindest. Plötzlich stirbt eine Frau in der Nachbarschaft, die gerade erst siebzig geworden ist. Der Arzt bescheinigt eine natürliche Todesursache. Doch dann entdeckt Frederike Suttner ungewöhnliche Einblutungen im Auge der Toten. „Ich fresse einen Besen, wenn das ein natürlicher Tod ist“, sagt sie und nimmt parallel zu den Kollegen der Polizei eigene Ermittlungen auf.

Ein neuer Fall für die Miss Marple der Eifel. Kess und unerschrocken steckt sie nicht immer ganz legal hier und da ihre Nase rein. Dabei ist sie den Berufskollegen oft ein Schrittchen voraus. In Verdacht gerät schnell der schöne Handwerker Rudi, der von sämtlichen alleinstehenden Damen des Dorfes für verschiedene Aufträge gebucht wird.

Um ihm auf die Schliche zu kommen, lässt Frederike ihre Küche streichen. Unterstützt wird sie dabei von ihrer betagten Freundin Klara und dem Kriminalpsychologen Willi.

Andrea Revers (Interview mit der Autorin) hat ein launiges Buch geschrieben. Bei ihren Kriminalfällen kommt auf jeden Fall der Humor nicht zu kurz. Ihre Miss Marple der Eifel ist nicht auf den Mund gefallen. Sie galoppiert gerne vorneweg, wenn auch nicht immer in die richtige Richtung. Und ihre eigensinnige Art stößt nicht unbedingt nur auf Gegenliebe bei den Berufskollegen, die ihre Tipps dann aber doch dankbar annehmen.

Andrea Revers erzählt gerne. Wer jedoch Landschafts- und detaillierte Ortsbeschreibungen mag, wird enttäuscht sein. Auch die Personen bleiben eher im Vagen. Ein Bild von ihnen muss man sich mittels der gesagten Worte machen. Beschreibungen sind Andrea Revers Sache nicht. Ermittelt wird im klassischen Stil - Agatha Christie lässt grüßen. Ihre Krimis sind für Leser, die es lieben mitzurätseln – überraschendes Ende inklusive. Ganz wie in alten Zeiten. Das heißt aber nicht, dass ihr Krimi langweilig ist – im Gegenteil. Ihre leicht schrullige Ex-Kiminalkommissarin Frederike ist eine richtige Type, der man gerne schmunzelnd beim Lösen der Fälle zusieht. sn

  • Andrea Revers, Kommt gut heim, KBV-Verlag, 300 Seiten, 13 Euro.