Flinke Finger

TRIER. Trotz strömenden Regens und somit äußerst schlechten Bedingungen für eine Open-Air-Veranstaltung reißt das "Pascal Schumacher Quartet" mit seinem Gast Konrad Wisniewski am Saxofon die Besucher beim siebten Konzert der Reihe "Jazz im Brunnenhof 2006" zu Beifallsstürmen hin.

Der luxemburgische Vibrafonist Pascal Schumacher ist in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal bei der beliebten Konzert-Reihe "Jazz im Brunnenhof" dabei. Jetzt als Bandleader mit seiner eigenen Formation; Ende Juli war er schon als Mitglied der "Oliver Strauch Regio-Jazz-Group" im Telekom-Innenhof am Kornmarkt zu Gast. Beide Konzerte bestechen durch ihre musikalische Hochklassigkeit. Doch das Ambiente unterscheidet sich bei seinem zweiten Auftritt wesentlich von dem schönen Sommerwetter im Juli: es regnet diesmal in Strömen, was nicht nur für die fünf Musiker, sondern auch für das Publikum kein reiner Spaß ist. Die Qualität des Dargebotenen entschädigt die rund 100 Zuhörer zwar für vieles, aber so stark hätte es ja doch wirklich nicht schütten müssen! Open-Air-Veranstaltungen sind nun mal nur bei schönem Wetter ein Vergnügen! In dem rund zweistündigen Konzert - die Formation stellt in den beiden Sets vor den Zugaben ausschließlich eigene Kompositionen ihrer Mitglieder vor - überzeugt vor allem das gekonnte Miteinander der Musiker, die ihrem Publikum frischen Modern Jazz bieten. Genug Raum für lange Soli

Alle Breaks sitzen auf den Punkt genau. Die fünf Musiker haben bei den Stücken genug Raum für längere Soli. Auch der neue Schlagzeuger Jens Düppe aus Köln und der "special guest" - der 25-jährige gebürtige Pole Konrad Wiszniewski, der im schottischen Glasgow ansässig ist - sind hervorragend in die Konzeption eingebunden. Keyboarder Jef Neve aus Belgien lässt seine flinken Finger über die Tasten fliegen, Pascal Schumacher die vier Klöppel über das Vibrafon tanzen. Ihr schnelles Spiel ist nicht nur ein Genuss für die Ohren, sondern auch - selbst bei prasselndem Regen und zuckenden Blitzen - eine wahre Augenweide. Christophe Devisscher (ebenfalls aus Belgien) zeichnet nicht nur als Komponist für mehrere Titel verantwortlich, sondern ist auch ein Meister am Kontrabass. Kein Besucher wird wegen der gebotenen Qualität sein Kommen - trotz des miserablen Wetters - bereut haben.

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