Kabarettist Uli Masuth plaudert in der Trier aus „Mein Leben als Ich“.

Kabarett : Vom Brexit bis zum Fußball: Witze querbeet

Kabarettist Uli Masuth plaudert in der Trierer Tufa aus seinem Programm „Mein Leben als Ich“.

(cst) Der Titel der Kabarettvorstellung von Uli Masuth in der Tufa klingt verheißungsvoll: „Mein Leben als Ich“, mit der Aussicht auf Demaskierung zahlreicher menschlicher Verhaltensweisen und Eigenarten. Und so fragt der 62-Jährige auch gleich zu Beginn, welche Rolle man selbst in seinem eigenen Leben spielt. „Die Hauptrolle, die Nebenrolle oder gar keine Rolle?“ Und wie soll er sich seinem Publikum, etwa 45 Besucher im kleinen Saal der Tufa, an diesem Abend vorstellen? „Von den meisten Menschen kennt man nur die Verpackung“, sagt er.

Doch mit fortschreitender Dauer entfernt sich Masuth immer öfter vom Thema, das der Titel des Programms vorgibt. Stattdessen widmet er sich mal vor und mal am Klavier den üblichen Themen der Tagespolitik: Dem Brexit, den sich Monthy Python nicht besser habe ausdenken können, Donald Trump, der von seiner Entwicklung im Kindergarten zwischen den Drei- bis Fünfjährigen unter seinesgleichen ist, dem Fußball mit seiner Filzfabrik Fifa, obwohl Masuth kein ausgewiesener Fachmann des Fußballs ist: „Da geht es mir wie Jogi Löw.“

Und auch die Witze über den Fachkräftemangel in der Politik und die Wischkompetenz bei den jugendlichen Smartphonenutzern sind nicht unbedingt neu. Doch auch wenn im Programm nicht unbedingt ein roter Faden zu erkennen ist: Masuth erreicht mit seiner langsamen und mit Sprechpausen durchsetzten Art seines Vortrags das zu Anfang des Abends zurückhaltende Publikum. Etwa, wenn er beim Thema Feinstaub fragt, wie viel Abrieb Gummistiefel erzeugen. Wenn er Christian Lindner und Günter Oettinger mit seiner geschliffenen Rhetorik zur Zielscheibe seiner Scherze macht oder über „Stuttgart 21“ herzieht. „Das verkürzt die Fahrzeit auf der Magistrale Bratislava–Paris um drei Stunden. Ich fahre das ständig.“ Witze, die an diesem Abend beim Publikum ankommen.