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Kosten für Diesel, Heizöl, Gas: Spritpreise sollen in Luxemburg sinken

Verbraucher : Steigende Sprit- und Energiepreise: Wie Luxemburg seine Bürger entlasten will

Diesel, Heizöl, Gas - die Preise steigen und steigen. In Luxemburg sollen Bürgerinnen und Bürger nun entlastet werden. Wie genau das aussehen soll und was das für die Spritpreise heißen könnte.

Die Preise steigen in allen Bereichen: Der Ukraine-Krieg, die daraus resultierenden Sanktionen und die hohen Energiepreise – all das belastet Verbraucherinnen, Verbraucher, Unternehmerinnen und Unternehmer aktuell auch in Luxemburg. Um die Menschen im Großherzogtum zu entlasten, hat das sogenannte „Tripartite-Treffen“ aus  Luxemburger Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgebern nun einen Plan verfasst, wie Menschen und Firmen entlastet werden sollen.

Wie das Luxemburger Tageblatt berichtet, soll die für April erwartete sogenannte „Index-Tranche“ demnach die letzte des Jahres werden. Eine zweite „Index-Tranche“ soll auf 2023 verschoben werden.

Wie das Tageblatt erläutert, handelt es sich beim Index um eine wissenschaftliche Kennzahl für die Preisentwicklung in Luxemburg. Der Index misst anhand eines Korbs die durchschnittliche Preisveränderung ausgewählter Waren und Dienstleistungen. In Luxemburg werden alle Löhne, Gehälter und Renten an die Steigerungen der Verbraucherpreise angepasst.

Dieses politische Instrument der automatischen Anpassung der Einkommen an die Lebenshaltungskosten wird im Großherzogtum auch Indexregelung genannt. Wenn der Punktwert einen gewissen Stand überschreitet, wird automatisch eine nächste Indexerhöhung fällig. Als Faustregel gilt: Wenn die Preise seit der letzten Indextranche um 2,5 Prozent gestiegen sind, wird eine weitere Indextranche fällig. Und somit erhöhen sich die Löhne, Gehälter und Renten dementsprechend um 2,5 Prozent.

 „Wir stellen das Index-System nicht infrage“, sagte Premierminister Xavier Bettel (DP) nun auf der Pressekonferenz nach dem jüngsten „Tripartite-Treffen“. Die nächste Tranche im April solle demnach kommen. Aber, erklärte Bettel: Laut des Nationalen Instituts für Statistik und Wirtschaftsstudien (Statec) sei es möglich, dass bereits im August eine weitere Indextranche fällig werde. „Das wäre die dritte in zehn Monaten“, so der Luxemburger Premier. Mehrere Index-Tranchen innerhalb kurzer Zeit würden ein Problem für die Unternehmen darstellen. Die mögliche Index-Tranche vom August soll deswegen bis April 2023 verlegt werden. Verbraucher mit niedrigen Gehältern sollen im Gegenzug mit einer Steuergutschrift entlastet werden.

Doch der Index war nicht das einzige Thema während der Tripartite: Laut Luxemburger Tageblatt ging es auch um das Thema Energie: Die Spritpreise sollen um 7,5 Cent reduziert werden – und das bis zum 31. Juli. Außerdem sollen die Mieten bis Ende des Jahres eingefroren werden.

Laut Luxemburger Wort sollen zudem einkommensschwache Haushalte bei der energetischen Sanierung finanziell stärker unterstützt werden.

 Fix ist das alles jedoch noch nicht: Am 31. März sollen die Tripartite-Gespräche weitergehen, dann könnte es zu einer finalen Einigung über das Maßnahmenpaket kommen.