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Anbau für Malborner Kindergarten kostet mehr als eine Million Euro

Sitzung : Anbau für Malborner Kindergarten kostet mehr als eine Million Euro

Der Kita-Anbau in Malborn sorgt für Diskussionen: Kritik  gibt es von Anwohnern, während Ratsmitglieder das Land wegen neuer Vorgaben attackieren.

Der Malborner Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Weichen für die Erweiterung des Kindergartens Mathi gestellt. Die Mitglieder des Gremiums haben entschieden, dass das Gebäude für rund eine Million Euro vergrößert werden soll. 

Neu entstehen sollen ein Bistro, in dem die Kinder künftig ihre Mahlzeiten einnehmen können sowie ein Gruppen- und mehrere Nebenräume. Zudem wird die Küche vergrößert. Notwendig geworden ist der Anbau durch den starken Zuzug von jungen Familien mit Kindern. Eine Gruppe der Einrichtung ist derzeit in die Steinkopfhalle ausgelagert.

Geplant ist, dass die Kita über die derzeitige Straße Am Waldborn auf ein Nachbargrundstück vergrößert wird, wo sich jetzt noch eine Scheune befindet. Durch die Überbauung der Straße Am Waldborn wird diese von der Steinkopfhalle her zur Stichstraße.

Verworfen haben die Ratsmitglieder damit eine Variante, bei der der bestehende Spielplatz der Kita Mathi überbaut und die Dachfläche des Kindergartens zur Außenspielfläche umgestaltet wird. Dieses Modell hätte zudem bedeutet, dass eine weitere Gruppe für die Zeit der Bauarbeiten in die Steinkopfhalle hätte ausgelagert werden müssen.

Für Vereine und die Grundschule, die die Steinkopfhalle nutzen, wäre die Halle dann zwei Jahre lang tabu gewesen, und die Kinder der Grundschule hätten für den Sportunterricht zu einer anderen Halle gefahren werden müssen. Diese beiden möglichen Varianten  seien mit der Kreisverwaltung abgesprochen worden, sagt Ortsbürgermeisterin Petra-Claudia Hogh. Überlegungen, die Einrichtung anders zu vergrößern, seien damit obsolet geworden.

Wie geht es weiter? Hans-Jürgen Stein vom Architekturbüro Stein-Hemmes-Wirtz aus Kasel, der die Varianten vorgestellt hat, hält einen Zeitraum von rund drei Jahren für realistisch, bis der Anbau fertig ist. Wenn sich der Prozess nicht durch rechtliche Auseinandersetzungen weiter verzögere. Denn: Der Malborner Franz-Josef Kilburg wohnt in dem Straßenabschnitt, der zur Stichstraße werden soll und kündigt an, vor dem Verwaltungsgericht Klage gegen den Beschluss einzureichen, da der Rat die Interessen der Anwohner nicht ausreichend achte. „Ich lasse mir nicht gefallen, dass die Straße zugemacht wird“, sagt er.

Erhebliche Kritik an der Erweiterung, die durch die Vorgaben des Landes nötig wird, äußert Ratsmitglied Jörg Schmitt. Erst 2018 habe man einen Anbau für 750 000 Euro in Betrieb genommen, jetzt werde man gezwungen, erneut einen Millionenbetrag auszugeben. Zudem fehlt ihm die Unterstützung der Verbandsgemeinde. „Wir fühlen uns überfordert und die Verwaltung kann es nicht leisten“, sagt er. „Die Ortsbürgermeisterin muss es vorantreiben, weil die VG nicht in der Lage ist, ihre originäre Aufgabe wahrzunehmen“, sagt er. Hogh führt aus, dass der Verwaltung lediglich Personal aus einem Schlüssel zustehe, der sich nach der Einwohnerzahl der VG richte. Die vielen Aufgaben seien für diese nicht zu machen, das wisse jeder. Hogh bezeichnet es als „Unverschämtheit“, dass das Land, das die Vorgaben aufstelle, noch nicht einmal zehn Prozent der Kosten fördere. Das Land zahlt 8500 Euro pro neu entstehendem Kitaplatz, sagt Alfred Loch von der Thalfanger Bauverwaltung. Der Kreis steuert maximal 230 000 Euro bei.