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Bass-Sänger soll erste Geige spielen

Bass-Sänger soll erste Geige spielen

Die SPD will einen nachhaltigen Neustart, wenn die Verbandsgemeinden Traben-Trarbach und Kröv-Bausendorf am 1. Juli fusionieren. Gelingen soll er mit Marcus Heintel, der am 25. Mai für das Bürgermeisteramt kandidiert.

Traben-Trarbach. Im vierköpfigen Meisterchor Sine Nomine (Ohne Namen) ist Marcus Heintel zweiter Bass. In der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach soll er, so zumindest der Wunsch der SPD, bald die erste Geige spielen. Die Basis muss am kommenden Dienstag bei einer Delegiertenversammlung zwar noch zustimmen. Doch es gibt keinen Zweifel: Die Genossen schicken den 37-Jährigen, wie bereits am 6. März kurz berichtet ins Rennen um das Bürgermeisteramt der neuen Verbandsgemeinde Traben-Trarbach. Die Wahl ist nötig, weil die Verbandsgemeinden Traben-Trarbach und Kröv-Bausendorf am 1. Juli auf Geheiß des Landes fusionieren.
Kommunalwahl 2014


Er kenne Heintel schon lange und habe ihn vor Jahren schon einmal auf ein mögliches Amt angesprochen, sagt Hans-Joachim Weinmann, SPD-Fraktionssprecher im Stadtrat Traben-Trarbach. "Vor einiger Zeit kam dann per SMS die Frage, ob das Angebot noch steht", führt er aus.
Die SPD griff zu. "Wir brauchen einen starken Mann, der die beiden Verbandsgemeinden zusammenführt", sagt Artur Greis, SPD-Fraktionssprecher im VG-Rat Kröv Bausendorf. "Heintel ist dafür ideal. Er kann vermitteln."
Er wolle bei diesem Neustart helfen, sagt der gebürtige Morbacher Heintel, der mit Frau und Sohn seit zwei Jahren in Rivenich wohnt und beim Deutschen Gewerkschaftsbund in Trier arbeitet. "Als Neuer in einem neuen Konstrukt zur arbeiten, ist einfacher als Teil des alten Systems zu sein", glaubt er. Die Schwere der Aufgabe ist ihm bewusst. "Es ist schon ein Schritt und eine starke Verantwortung", sagt er, "aber es wird auch spannend."
Wer auch immer am 25. Mai gewählt wird: Es wird die Hauptaufgabe sein, die beiden Kommunen mit ihren 16 Orten zusammenzuführen. "Das geht nicht ohne Solidarität. Wir müssen zusammenwachsen", fordert Greis. Wie berichtet war die VG Traben-Trarbach für die Fusion, die Nachbarn stellten sich strikt dagegen, was auch in einem Bürgerentscheid manifestiert wurde. Noch immer steht eine Klage gegen die Fusion im Raum. Die vergangenen Jahre waren aber auch in der VG Traben-Trarbach schwierig. Das hat vor allem mit dem Riss in der CDU zu tun, der sich, so Hans-Joachim Weinmann, massiv auf die politische Arbeit auswirkte. Wohl auch deshalb hat sich Amtsinhaber Ulrich K. Weisgerber (CDU) noch nicht entscheiden, ob er kandidiert. Die Präsentation von Marcus Heintel erleben auf Einladung auch Vertreter von FDP und FWG mit. Wie sie verfahren sei noch völlig offen, sagt Hannelore Immich (FDP). Schließlich seien Bewerbungen noch bis in den April hinein möglich.