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Bauland ist in Wittlich im Vergleich zum Hunsrück teuer

Bauen und Wohnen : Von teuer bis relativ günstig – Was Bauland im Kreis Bernkastel-Wittlich kostet

Baugrundstücke sind derzeit rar und nicht ganz billig,die Preise steigen von Jahr zu Jahr. Vor allem in der Kreisstadt und in einigen Orten am südlichen Teil der A 1 müssen Bauherren tief in die Tasche greifen. Im Hunsrück dagegen ist der Grundstückskauf vielerorts vergleichsweise günstig.

Wer derzeit ein Haus bauen will, muss beim Grundstückskauf mitunter tief in die Tasche greifen. Das zeigt ein Blick in die aktuellen, vom Katasteramt Westeifel-Mosel veröffentlichten Bodenrichtwerte für die Region. Vor allem in und rund um Wittlich sowie in den Orten entlang der A 1 im Süden des Kreises kostet Bauland viel Geld.

Stadt Wittlich: Richtig tief in die Tasche greifen müssen Menschen, die in der Kernstadt von Wittlich Bauland kaufen möchten, allerdings sind solche Parzellen in guten Lagen – gegensätzlich zum Trend – dort laut der Übersicht zu den Bodenrichtwerten günstiger geworden. Kostete der Quadratmeter 2019 für gemischte Bauflächen (siehe Info) noch bis zu 480 Euro, liegt er aktuell bei 440 Euro. In den Stadtteilen liegen die Preise zwischen 140 Euro (Abschnitt Rechts der Lieser) und 75 Euro (Bombogen und Neuerburg). Für reine Wohnbauflächen werden Preise zwischen 240 Euro (Kernstadt) und 85 Euro (Neuerburg) angegeben.

Verbandsgemeinde Wittlich-Land: Die höchsten Baulandpreise werden in Hetzerath fällig. 130 Euro pro Quadratmeter sind hier für reines Wohnbauland in guter Lage angesetzt. Etwas günstiger ist es im benachbarten Salmtal, wo der Quadratmeter bis zu 105 Euro kostet. Ebenfalls vergleichsweise hohe Preise werden in Sehlem (88 Euro), Platten (80 Euro) und Greimerath (70 Euro) angesetzt. Günstig hingegen ist es im Vergleich in Großlittgen (40 Euro) und Niederkail (47 Euro). Bauland, das als mäßig in der Richtlinie angegeben ist, gibt es in Hetzerath für 60 Euro und in Salmtal-Salmrohr für 80 Euro. Flächen für den Wohnhausbau im mittelguten Bereich kosten von 21 Euro pro Quadratmeter in Gipperath  und 25 Euro in Pantenburg über 57 Euro in Hupperath, 40 Euro in Meerfeld, Niederöfflingen und Niersbach oder 75 Euro im Klausener Ortsteil Pohlbach bis hin zu 115 Euro in Hetzerath.

Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues: In Kues ist das Bauland am teuersten: Dort kostet der Quadratmeter in guter Lage 205 Euro. Im  Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung um 25 Euro. 85 Euro hat im vergangenen Jahr das Bauland in guter Lage in Lieser gekostet, jetzt sind es bereits 95 Euro.

Während sich der Quadratmeterpreis entlang der Mosel für Bauland in mittlerer Qualität zwischen rund 50 und 90 Euro bewegt, wird es innerhalb der VG in Richtung Hunsrück deutlich günstiger. In Kleinich gibt es den Quadratmeter für 28 Euro, in Hochscheid für 38 Euro, in Kommen für 40 Euro und in Monzelfeld für 60 Euro.

Verbandsgemeinde Traben-Trarbach: In der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach lässt es sich vergleichsweise günstig bauen: Am teuersten ist der Quadratmeter Bauland in guter Lage in Traben, wo 100 Euro veranschlagt werden. Es folgen Flußbach (70 Euro) und Bausendorf (69 Euro), die beide nahe an Wittlich liegen, sowie Enkirch (67 Euro) und Reil (65 Euro). Für 23 Euro bekommt man einen Quadratmeter Bauland in mittlerer Lage in Lötzbeuren, für 25 Euro in Diefenbach. Im vergangenen Jahr kostete der Quadratmeter  Bauland in Traben noch zehn Euro weniger (90 Euro), und auch in den anderen Gemeinden stiegen die Quadratmeterpreise in der Regel um fünf bis zehn Euro.

Einheitsgemeinde Morbach: Im Zentralort Morbach sind die Quadratmeterpreise am höchsten, hier kostet ein Quadratmeter gutes Bauland laut der Bodenrichtwertlinie 95 Euro. Deutlich günstiger wird es hingegen in den Ortsteilen: In Gutenthal und Haag werden 36 Euro veranschlagt, in Hundheim und Rapperath 40 Euro, in Bischofsdhron 50 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise hier fast gleich geblieben, es gab – wenn überhaupt – nur leichte Anhebungen um maximal fünf Euro.

Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf: Die VG ist ein Paradies für Häuslebauer, wenn es um den Grundstückspreis geht. Maximal 68 Euro kostet der Quadratmeter Bauland der guten Kategorie. Dieser Preis wird im Thalfanger Ortsteil Bäsch veranschlagt.

Deutlich weniger sind es da in Schönberg (60 Euro) und Breit (58 Euro), die beide eine relativ gute Anbindung an die A 1 haben, und im Hauptort Thalfang (55 Euro). Am günstigsten ist es in Deuselbach mit 32 Euro. In Breit und Schönberg lagen die Quadratmeterpreise im vergangenen Jahr noch bei jeweils 55 Euro, in Thalfang bei 50 und in Bäsch bei 65 Euro. In Malborn, das an der Grenze zum Kreis Trier-Saarburg direkt an der Hunsrückhöhenstraße liegt,  lag der Preis im vergangenen Jahr und für dieses Jahr bei 43 Euro.

So sieht es aus bei Ackerbauflächen: Landwirte bekommen  in Grenznähe zu Luxemburg zu spüren, dass Kollegen aus dem Großherzogtum mehr Geld bieten können, um Land zu erwerben. Zahlen des Statistischen Landesamts zeigen, dass Kaufwerte für Agrarflächen 2018 zum siebten Mal in Folge stiegen.

Nicht nur bei Äckern und Grünland, auch bei Waldstücken beob­achtet der Gutachterausschuss Westeifel-Mosel, dass vermehrt Investoren „die von irgendwoher kommen“, hektarweise Land kaufen, um ihr Vermögen sicher anzulegen.

Ein Ausblick: Abzuwarten bleibt für das kommende Jahr, wie sich die Preise für Gewerbeflächen und Bauland nach dem Bau des Hochmoselübergangs entwickeln – beziehungsweise ob sie sich entwickeln und wann die Entwicklung eintritt. Möglicherweise wird dann Bewegung ins Spiel kommen, vor allem in den Orten entlang von B  50 neu und A 60. Aber auch ohne Hochmoselübergang steht eines bereits jetzt fest für die vier Landkreise im ehemaligen Regierungsbezirk Trier: Die Bodenwerte werden laut Gutachterausschuss auch 2020 noch mal deutlich anziehen: Im Schnitt um vier Prozent in der Vulkaneifel und im Kreis Bernkastel-Wittlich, um 7 bis 7,5 Prozent in Trier-Saarburg und um 6,2 Prozent im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

„In Bitburg tut sich erstaunlich viel“, heißt es von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses Westeifel-Mosel, wo zuletzt nicht schlecht darüber gestaunt wurde, zu welchen Preisen in Bitburg Grundstücke und Wohnungen weggingen. Insbesondere da, wo in der Innenstadt die Bit-Galerie entstehen soll, habe man den Eindruck, „dass die bebauten Grundstücke gut verkauft wurden“.