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Dörfer profitieren von der Unterstützung durch den Naturpark Saar-Hunsrück

TV-Serie 40 Jahre Naturpark : Blumenwiesen und regionale Edelsteine

Viele Ortsgemeinden profitieren von der Unterstützung durch den Naturpark Saar-Hunsrück –  ideell und auch finanziell.

Wanderer treffen auf ihren Tagestouren nicht nur auf  Wald und Wiesen. Immer mehr Kommunen bieten entlang der ausgeschilderten Routen besondere Highlights. So beispielsweise in Dhronecken. Hinter der Dhronecker Burg, in Richtung Hilscheid entlang der Wanderstrecke Vitaltour, sind auf einer Hangwiese auf einem Obstbaumlehrpfad 57 verschiedene Gehölze angepflanzt. „Eine ganz tolle Sache“, sagt der Dhronecker Ortsbürgermeister Detlef Jochem. Infotafeln geben Auskunft über die jeweiligen Bäume, an denen oft dem Normalverbraucher unbekannte Apfel-, Birnen- und Zwetschgensorten wachsen. Beispielsweise der Gewürzluikenapfel, ein leicht säuerlicher Tafelapfel, der gut haltbar ist und von November bis März gegessen werden kann, wie der Wanderer erfährt.

Die Gemeinde Dhronecken wurde bei der Anlage des Obstbaumpfades vom Naturpark Saar-Hunsrück unterstützt, der von 2019 bis 2028 in seinem Themenschwerpunkt „Erhalt, Pflege und Entwicklung der Kulturlandschaft und von Landschaftselementen“ die Anlage und Pflege von Streuobstwiesen fördert. 10 000 Euro hat der Aufbau des Obstbaumlehrpfades gekostet, wovon der Naturpark 80 Prozent übernommen hat „So bietet der Obstbaumlehrpfad für die ganze Familie ein besonderes Angebot, die Faszination für die vielfältige Natur- und Kulturlandschaft zu wecken und sie erlebnisorientiert näher zu bringen“, sagt der Dhronecker Ortsbürgermeister. Nicht nur dort: Auch in den Natur-Park-Dörfern Fisch und Mackenrodt sind ähnliche Projekte mit Hilfe des Naturparks umgesetzt worden, heißt es in einer Presseerklärung zur Eröffnung des ­Dhronecker Obstbaumlehrpfads vom August 2019.

Lehrreich sind die mit Unterstützung des Naturparks auf den Weg gebrachten Projekte nicht nur für Wanderer: In Ayl lernen die Jungen und Mädchen der dortigen Kita in einer Kleingartenanlage mit Unterstützung ihrer Erzieherinnen und Freiwilligen aus dem Ort, wie Gemüse- und Obstsorten wie beispielsweise Möhren, Bohnen, Tomaten, Heidelbeeren und Stachelbeeren angebaut und von eigener Hand geerntet werden. Der Clou: Die selbst gezogenen und von den Kindern geernteten Gemüsesorten werden anschließend in der Küche des Kindergartens zubereitet, sagt Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger.

Und in Mannebach sind als gemeinsames Projekt von Ortsgemeinde und Naturpark mit Hilfe eines Landwirts auf Gemeindeflächen in einem Permakulturgarten Blumenwiesen eingesät worden. Folgen soll ein Bienenhotel, sagt Ortsbürgermeister Thomas Lellig. „Es sind Kleinigkeiten, bringen aber viel für Insekten“, sagt er, und spricht von einer weiteren Idee als Gemeinschaftsprojekt, die sich allerdings noch im Anfangsstadium befindet: eine Baumallee zwischen Mannebach und dem Ortsteil Kümmern.

Geradezu euphorisch wird Siegfried Burmann, Ortsbürgermeister von Allenbach (Landkreis Birkenfeld), wenn er auf den Allenbacher Weiher blickt, der bereits 1989 mit Unterstützung des Naturparks angelegt wurde und der erahnen lässt, was mit einer langjährigen Zusammenarbeit von Ortsgemeinden und dem Naturpark Saar-Husnrück möglich ist. Hier hat sich ein wahres „Kleinod“ entwickelt, mit Farnen, Seerosen, Enten, seltenen Tierarten und Wanderwegen für Besucher. Alles habe sich von selbst angesiedelt, es sei nicht da, was hier nicht hingehöre, sagt er. „Ohne die Förderung würde uns was fehlen. Das ist der Edelstein in unserer Region“, sagt Burmann.

Diesen Edelstein will er als Nah­erholungszentrum weiter aufwerten. Die 30 Jahre alten Schilder sind teilweise etwas verblasst und sollen erneuert werden. Zwischen Weiher und Dorf soll ein Naturgarten mit heimischen Kräutern angelegt und eine Schutzhütte mit WC-Anlage errichtet werden. Hinzu soll eine Bühne kommen, für kleinere Konzerte. Zum Teil sollen die einzelnen Vorhaben gemeinsam mit dem Naturpark umgesetzt, einige Vorhaben aber auch über eine Förderung aus Leader-Mitteln realisiert werden. Und die verschiedenen Wiesenarten und ihre Pflanzen in den Bereichen – im Tal sind es Feuchtwiesen, etwas höher Trockenwiesen – sollen anhand von Schaubildern erklärt werden. Hinzu kommt die Idee eines Lehrpfades „Am Mühlengraben“, anhand dessen die Bedeutung von Gewässern, Wasserführungen und Wasserhaushalte erklärt werden. Burmann: „Ich kann mir vorstellen, dass der Naturpark Saar-Hunsrück ein solches Projekt entwickeln kann.“