Endspurt für die Morbacher Chronik

Endspurt für die Morbacher Chronik

Noch in diesem Jahr soll die Morbacher Chronik erscheinen. Auf 600 Seiten werden darin die Geschichte und die Entwicklung des Orts dargestellt. Auf einer beiliegenden DVD werden 1800 Fotos zu sehen sein.

Morbach. Die meisten Artikel sind geschrieben, aber viele Details müssen noch geklärt werden. Berthold Staudt vom Hunsrückverein Morbach ist sich sicher: "Wenn alles planmäßig läuft, wird die Morbacher Chronik im Herbst dieses Jahres erscheinen."
Der ehemalige Kämmerer der Morbacher Verwaltung ist einer der treibenden Kräfte bei der Erstellung der Morbacher Chronik. Neben ihm gehören Hermann Bohn, Hermann Catrein und Dr. Fritz Schellack zum engeren Kreis der Autoren. Der Historiker Schellack ist Leiter des Hunsrückmuseums in Simmern und hat bereits mitgeholfen, Chroniken für andere Orte zu verfassen. Die vier Hauptakteure wurden von rund zehn weiteren Helfern unterstützt.
Rund 600 Seiten umfasst das Werk, das in 16 Kapitel gegliedert ist. Es wird so manche Überraschung bereithalten. Zum Beispiel die Geschichte vom Wasserstollen zwischen Morbach und dem sieben Kilometer entfernten Wirschweiler. Er sollte entstehen im Zusammenhang mit dem Wasserwerk, das 1943 im Bereich Schmausemühle-Ortelsbruch geplant war und das Bernkastel-Kues und weitere Moselorte mit Wasser versorgen sollte. "Aber warum das nicht realisiert wurde, weiß heute keiner mehr", sagt Staudt.
Für ihn ist wichtig, dass sich die Chronik "gut und fließend" lesen lässt. In dem Buch geht es zum einen um verschiedene Zeitepochen wie Vor- und Frühgeschichte und das Mittelalter. Zum andern gibt es aber auch Kapitel zu Themen wie Kirchen- und Schulgeschichte, die Mühlen, Handel, Handwerk und Gewerbe oder Vereine und Verbände.
2007 haben die Verfasser bereits mit der Vorbereitung der Chronik begonnen. Seit 2009 haben die Akteure laut Staudt Material zusammengetragen, gesichtet und bewertet. Das Team legt Wert darauf, dass das Geschichtswerk über Morbach nicht zu wissenschaftlich wird. Ganz ohne Statistiken wird es laut Staudt aber auch nicht gehen.
Das Schwierigste an der Arbeit sei es, aus der Fülle an Informationen das Wichtigste auszuwählen, sagt Staudt. Er betont, dass das Werk nicht vollständig sein kann. "Wenn wir alles detailliert aufarbeiten würden, bekämen wir den fünffachen Umfang", sagt er. Man könne allein über das 20. Jahrhundert eine eigene Chronik schreiben. Wer sich über bestimmte Themen der Chronik genauer informieren will, erfährt in den Fußnoten, in welchen Quellen dies möglich ist.
Bei gewissen Dingen sei es hingegen schwierig gewesen, Genaueres zu erfahren, sagt Staudt. So sei die Nazi-Zeit schwer zu erkunden gewesen, kaum jemand habe darüber reden wollen.
Doch wird die Geschichte nicht nur in Texten erzählt. Während der Recherchen haben sich 1800 Fotos bei den Verfassern angesammelt. Da diese nicht alle abgedruckt werden können, soll eine Bilder-DVD das Buch ergänzen.

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