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Fußballer kicken jetzt auf einem grünen Teppich

Fußballer kicken jetzt auf einem grünen Teppich

Vor vier Jahren fasste der Gemeinderat Reil den Beschluss, einen Kunstrasen-Sportplatz zu bauen. Jetzt ist das 716 000 Euro teure Projekt fertig. Die vielen aktiven Fußballer der 1200-Einwohner-Gemeinde sind begeistert.

Reil. Fußball spielen auf einem weichen, grünen Teppich, statt auf einem betonharten und staubigen Hartplatz: Für die Reiler Kicker ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Vor wenigen Tagen hat eine Spezialfirma den 100 mal 60 Meter großen Kunstrasen verlegt. Ab sofort kann dar auf gespielt werden. Die Arbeiten hatten im Oktober 2010 begonnen.
Reil ist ein fußballverrücktes Dorf. Zehn Jugend-Fußballmannschaften, davon vier Mädchenteams, trainieren und spielen auf dem Platz, der ferner von fünf Seniorenteams genutzt wird. Vor allem die Abteilung Mädchen- und Frauenfußball ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Inzwischen spielen 130 Mädchen und junge Damen aus mehreren Orten in Reil Fußball.
Mittwochs trainiert unter anderem die Mädchen-D-Jugend-Mannschaft. Die elfjährige Sarah Röhl sagt zu dem neuen Kunstrasenplatz: "Man kann sich auf dem weichen Belag prima fallen lassen." Die 18-jährige Verena Dauns, die mit dem Frauenteam in der Rheinlandliga kickt, hat festgestellt: "Der Platz ist weicher als ein Teppich. Das macht einfach viel mehr Spaß. Der Ball verspringt nicht. Der Platz ist wunderbar eben und glatt."
Und es gibt noch andere Vorteile. Ulrike Fritzen, deren Tochter in der C-Jugend spielt, denkt ganz praktisch: "Jetzt werden die Trikots nicht mehr so dreckig."
Die alte Tennensportanlage (Hartplatz) am Moselufer wurde Anfang der 70er Jahre errichtet. Doch zuletzt war sie in einem äußerst schlechten Zustand und kaum noch bespielbar. Es musste etwas geschehen. Eine Möglichkeit: den Platz sanieren. Das hätte laut Ortsbürgermeister Artur Greis rund 200 000 Euro gekostet, allerdings wären keine Zuschüsse geflossen. Die Gemeinde entschied sich am 13. März 2007 für einen Kunstrasenplatz an gleicher Stelle.
Der ist ungleich teurer. 716 000 Euro betragen nach Angaben der Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf die Gesamtkosten inklusive Erneuerung der Flutlichtanlage. Davon zahlt 40 Prozent das Land, zehn Prozent der Kreis und 20 Prozent die Verbandsgemeinde. Verbleiben 215 000 Euro bei der Ortsgemeinde, deren Schuldenstand damit weiter anwächst. Die Kosten für die Gemeinde verringern sich aber wegen der Eigenleistung. So haben freiwillige Helfer unter anderem die Umrandung des Platzes gepflastert. Dabei haben vor allem Alfred Angnes und Diethelm Barzen, beide sind schon über 70 Jahre alt, tatkräftig mitgewirkt. Der neue Kunstrasenplatz ist das teuerste Projekt der Gemeinde Reil in den vergangenen Jahren.
Neben Ortsbürgermeister Artur Greis hat vor allem VG-Chef Otto Maria Bastgen das Projekt vorangetrieben und erreicht, dass der VG-Rat einem 20-prozentigen Zuschuss für die Gemeinde Reil zustimmte. Der Beschluss fiel einstimmig. Bastgen: "Das unterstreicht die Solidarität der Ortsgemeinden untereinander."
Bastgen (60) ist immer noch aktiver Spieler in der Fußball-Bürgermeistermannschaft des Kreises Bernkastel-Wittlich. Am Freitag, 8. Juli, wird er anlässlich der offiziellen Einweihung des Platzes seine Fußballschuhe schnüren, wenn es gegen die Bürgermeistermannschaft des Landes geht. Weitere Freundschaftsspiele stehen an dem Tag auf dem Programm.

Kunstrasenplätze im Kreis: In folgenden Orten gibt es Kunstrasenplätze: Morbach, Wittlich, Bernkastel-Kues, Mülheim, Piesport, Thalfang, Salmrohr, Dörbach, Reil und Hupperath-Minderlittgen (Kleinspielfeld). Orte, die sich einen Kunstrasenplatz wünschen, sind: Zeltingen-Rachtig, Traben-Trarbach, Binsfeld und Burgen. sim