Kommentar : Da passt nichts zusammen

Trotz Proteste der Bürger und Politik wird die Bahn den Bahnhof Ürzig Ende des Jahres schließen. Damit ist eine ganze Verbandsgemeinde vom Schienennetz abgetrennt. Wie soll da die „Verkehrswende“ funktionieren?

Irgendwie passt bei der Verkehrswende in Rheinland-Pfalz nicht alles zusammen: Das Busnetz des ÖPNV und dessen Taktung  wird derzeit ausgebaut, um die Leute dazu zu bewegen, auf das Auto zu verzichten und sich umweltfreundlicher fortzubewegen.  Wenn dann kritisiert wird, dass es nicht ausreichend angenommen wird und der Landkreis jedes Jahr Hunderttausende Euro  draufzahlen muss - dann hört man in der Regel aus Mainz: Man müsse erst einmal ein Angebot schaffen. Das brauche Zeit, man könne nicht immer auf reine Wirtschaftlichkeit setzen.

Das gilt offenbar für den Schienenverkehr im ÖPNV nicht. Hier wird penibel auf die Wirtschaftlichkeit geachtet. Und das Ergebnis ist, dass ab Ende dieses Jahres eine ganze Verbandsgemeinde mit 23 Gemeinden und rund 29000 Einwohnern vom Schienennetz abgeschnitten wird.

Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn auf dem Land das eigene Auto das wichtigste Fortbewegungsmittel bleiben wird - und das noch für lange Zeit. Freilich gibt die aktuelle Antwort der Bahn ein wenig Hoffnung. Vielleicht überlegen es sich die Entscheidungsträger ja doch noch anders und geben dem Haltepunkt Ürzig eine Chance.

hp.linz@volksfreund.de