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Landwirte in der Region Trier sind wegen Extrem-Regen besorgt

Landwirtschaft : Landwirte sorgen sich wegen verschlammten Feldern

Landwirte sind wegen der langen Regenzeit besorgt, weil die durchweichten Ackerflächen nicht bearbeitet werden können. Die Ernten von Wintergerste und Raps könnten beeinträchtigt werden.

Wer dieser  Tage über die Landstraßen des Kreises fährt, kann auf vielen Feldern große Flächen beobachten, auf denen sich das Wasser nach dem Dauerregen der vergangenen Monate  staut. auch die vielen Wassergräben sind gefüllt, ständig läuft Wasser ab.  Manche Feldwege sind deshalb völlig verschlammt und selbst mit Allrad-Antrieb ist es schwierig, durchzukommen.

Nach den trockenen Sommern könnte man meinen, dass dadurch die Grundwasservorräte aufgefüllt werden. Aber das dauert lange Zeit und viel Wasser fließt ab oder staut sich. „Wir beobachten sehr viel Wasser auf den Flächen und es fällt auf, dass manche Felder verschlammen,“ sagt Michael Schuhmacher von der Struktur- und Genehmigungs-Direktion Nord in Trier. Es sei zwar positiv, dass dadurch nach und nach der Grundwasserspiegel, der durch die beiden heißen und trockenen Sommer gesunken ist, aufgestockt werde. Aber  durch die heftigen Regenfälle würde auch viel Wasser direkt über Bäche und Kanäle in die Mosel abfließen.

„Im Idealfall liegt Schnee auf den Feldern, der langsam schmilzt, so dass das Wasser nach und nach in den Boden einsickern kann,“ sagt Schuhmacher. Die Tendenz gehe aber  in Richtung trockene Sommer, nasse Winter.

 „Das sind Wetterveränderungen, aber noch keine Klimaveränderung. Das sollte man nicht dramatisieren,“ sagt Schuhmacher.  Allerdings müsse man auch im Sommer häufiger mit Starkregensituationen rechnen und sich darauf einstellen.

Auch wenn der Regen generell für die Wasserversorgung und den Grundwasserspiegel positiv ist, gibt es auch Nachteile. Davon berichtet Manfred Zelder vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau. „Wir geraten arbeitsmäßig total in Verzug, denn wir können nichts auf den aufgeweichten Feldern tun. Die müssen jetzt erst abtrocknen, damit wir Grünlandpflege
machen können.“ Besonders die Getreidebestände würden unter der Nässe leiden. „Die Wintergerste ist besonders betroffen. Man kann davon ausgehen, dass wir in diesem Jahr  Ertragseinbrüche bei Grünland- und Getreidehaltung haben. Es dauert einige Wochen, bis die Felder so angetrocknet sind, dass man sie mit Maschinen bearbeiten kann,“ erklärt Zelder.

 Momentan stehen noch viele Felder unter Wasser. Foto: Hans-Peter Linz
Momentan stehen noch viele Felder unter Wasser. Foto: Hans-Peter Linz Foto: TV/Hans-Peter Linz
 Momentan stehen noch viele Felder unter Wasser. Foto: Hans-Peter Linz
Momentan stehen noch viele Felder unter Wasser. Foto: Hans-Peter Linz Foto: TV/Hans-Peter Linz

 Wenn man jetzt mit Maschinen auf die Felder fahre, würden die Äcker beschädigt. Auch die Rapsernte sei gefährdet, so Zelder. Die schweren Maschinen würden mit ihre Reifen auf den Feldern zu weit einsinken. „Die Rapsfelder hätte man schon vor vier Wochen düngen müssen. Das ist aber bei der Nässe nicht möglich.“