Mit Mikrofon und Kamera dabei

Die Paralympics in London sind vorbei, aber drei Schülerinnen des Nikolaus-von-Kues-Gymnasiums in Bernkastel-Kues schwärmen noch immer davon. Sie waren hautnah dabei. Mit Mikrofon und Kamera haben sie Goldmedaillengewinner interviewt, Wettkämpfe angeschaut und die Atmosphäre bei der Abschiedsshow genossen.

Bernkastel-Kues. Und das kam so: Angela, Melanie und Catharina, seit einem Jahr Mitglieder der Schülerzeitung, haben mit einem Video zum Thema "Respekt - Paralympics 2012" einen bundesweiten Wettbewerb von Telekom und Stern gewonnen. Der Preis: ein dreitägiges Journalismus-Seminar, ein Videoequipment mit Software fürs Video-Schneiden und Laptop, und als Krönung die Reise zu den Paralympics am vergangenen Wochenende in Begleitung ihrer Lehrerin Marion Boelter. Deren Kollegin Stefanie Ruland, die die Schülerinnen zur Teilnahme an dem Wettbewerb ermutigt hatte, verfolgte alle Schritte per facebook von zu Hause.
Nach dem Tischtennisfinale freitags in der ExCel-Arena wartete der erste Auftrag auf die Nachwuchs-Reporter: Ein Interview im deutschen Haus, dem Treffpunkt von Sportlern und Medienleuten. Melanie Kohl schnappte sich Jochen Wollmert und befragte ihn zum verlorenen Tischtennis-Teamspiel.
Der Samstag begann für sie als Zaungäste bei der Pressekonferenz mit den Profis. Sie nutzten die Gelegenheit, Nicolai Zeltinger, den Trainer des deutschen Herrenbasketballteams um eine Prognose zu bitten.
Was alle drei tief beeindruckte, war die ausgelassene und freudige Stimmung von den Olympioniken bis zu den Sicherheitsleuten im Olympic Parc. Da fiel die Arbeit nicht schwer. Bei der internen Abschlussfeier der deutschen Sportler gaben zwei Goldmedaillengewinnerinnen der deutschen Rollstuhlbasketballerinnen, Rollstuhlbasketballer Jan Haller und Hochspringer Reinhold Bötzel bereitwillig Auskunft. Selbst die Zuschauer, die Angela Vatlach am Sonntag beim Marathon durch London befragte, seien durch die Bank weg freundlich und redselig gewesen. Trotzdem war es nicht nur Zuckerschlecken. "Manchmal war es stressig, den Leuten hinterher zu laufen, die man interviewen sollte und keine Ahnung hatte, was man fragen soll", lenkt Melanie Koch ein. Was sie als Nachwuchsreporter aus ihrem Einsatz gelernt haben? "Ich bin offener anderen Leuten gegenüber", hat Angela für sich mitgenommen. Wenn die Begeisterung auch anhält, Journalisten wollen sie trotzdem nicht werden. Der Beruf wäre ihnen zu unsicher.
Die Videos sind unter www.telekom-neue-sporterfahrung.de abrufbar.Extra

Wisst ihr, was Reporter machen? Sie erstatten Bericht zum Beispiel über ein Ereignis wie die Paralympics in London. Sie geben etwas wieder, was sie selbst gesehen haben. Sie informieren andere über ein Geschehen wie ein Fußballspiel oder einen Unfall. Manche berichten auch über Kriege, das ist für sie selbst oft sehr gefährlich. Reporter stellen interessante Fragen und wollen alles ganz genau wissen. Und sie müssen ihre Informationen richtig wiedergeben. Das Gleiche machen auch Kinder oder Schülerreporter, wie die beiden aus unserem Bericht. Reporter und Kinder haben etwas gemeinsam: Sie sind sehr neugierig, stimmt\\'s?