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Restaurants im Kreis Bernkastel-Wittlich spüren Corona-Folgen

Coronavirus : Gastronomen leiden unter Einschränkungen

Ab heute dürfen Restaurants ihre Türen nur noch bis 18 Uhr für Gäste öffnen. Durch diese Einschränkung wird sich in nächster Zeit einiges für die Betreiber ändern.

(abu) Leere Tische, keine Reservierungen und schon einige Stunden früher geschlossen als gewöhnlich: Das ist ab dem heutigen Tag auf unbestimmte Zeit der traurige Alltag in der Gastronomie. Am Montag, 16. März, wurde in einer Telefonkonferenz der Bundesländer mit der Bundesregierung beschlossen, den Gastronomiebetrieb ab Mittwoch, 18. März, erheblich einzuschränken und nur noch Öffnungszeiten von 6 bis 18 Uhr zu erlauben. Die Auswirkungen davon sind im Landkreis Bernkastel-Wittlich bereits jetzt zu sehen. Viele Betriebe bangen schon um ihre Existenz, besonders, da nicht bekannt ist wie lange die Einschränkung bestehen wird. Der TV hat sich bei Restaurants in der Region umgehört.

Wittlich Im Burger House habe man gestern schon als Auswirkung der Beschränkung gemerkt, dass sich immer weniger Menschen trauen würden, essen zu gehen. Auch dort gilt natürlich ab sofort die Vorgabe, nur bis 18 Uhr zu öffnen. Momentan sei aber noch in Verhandlung, ob nach 18 Uhr noch Essen geliefert werden darf. Das würde dann erstmal Wittlich, Lüxem und Wengerohr betreffen. Generell bestehe aber die Sorge, für wie lange sich der Betrieb auf die Einschränkung einstellen muss. Erst wenn man das wisse, könne eingeschätzt werden, wie es weitergehe, sagt eine Mitarbeiterin.

Dem alteingesessenen Restaurant Daus geht es nicht anders. Derzeit können Gäste dort jeden Tag von 11 bis 15 Uhr zum Mittagstisch vorbeikommen. Die Tischabstände seien auch schon unabhängig von den Auflagen erweitert worden, um die Gäste zu schützen. Zurzeit läge der Fokus erstmal darauf, „dass alle so gut es geht gesund bleiben und geschützt werden“.

Zeltingen-Rachtig Der Zeltinger-Hof ist ebenfalls von den Öffnungszeiten bis 18 Uhr betroffen. „Das gesamte Kerngeschäft in der normalen Urlaubsregion bricht damit weg“, so Inhaber Markus Reis. Sie wären damit immer mehr auf die Einheimischen in der Region angewiesen. „Viele haben im Moment frei, da wäre es auch mal schön mittags essen zu gehen und den Abend dann entspannt mit der Familie zu verbringen“. Eine Besonderheit hier sind die Kochboxen und Zeltinger Hof To Go, die Reis derzeit kreiert. „Irgendwie bekommen wir das alles schon hin und irgendwann werden wir auch wieder zur Normalität zurückkehren“.

Bernkastel-Kues Im Riva Restaurant sieht es ähnlich aus. Derzeit wird dort von 11.30 bis 15 Uhr Mittagstisch angeboten. Seit zwei Wochen hätten sie dort schon immer weniger Gäste gehabt, so ein Mitarbeiter. Man müsse nun abwarten, wie sich die Lage in nächster Zeit entwickele und ob nicht zeitweise geschlossen werden müsse.

Traben-Trarbach Auch im Asia Imbiss Tu sieht es momentan eher schlecht aus. Wie bei den anderen Restaurants gehe durch die zeitliche Einschränkung das Abendgeschäft kaputt. Obwohl von 11 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet ist, würden viele Gäste lieber den Kontakt meiden und das Essen eher mitnehmen, anstatt es vor Ort zu essen.

Thalfang „Die ganze Bistro-Ebene bricht jetzt weg“, erklärt ein Mitarbeiter des Bistro Thalfang. Obwohl von 8 bis 18 Uhr geöffnet ist und der Mittagstisch To Go eine große Auswahl biete, habe man die Auswirkungen schon gemerkt. Vorher seien auch viele ältere Menschen aus den Altenheimen zu Kaffee und Kuchen gekommen, aber das habe sich schon länger erledigt. Derzeit könne man nur hoffen, dass das große Angebot in der Bäckerei und im Bistro auch genutzt werde.

Wittlicher Tafel Auch die Menschen, die sich bei der Wittlicher Tafel in der Sternbergerstraße mit Lebensmitteln eindecken, sind in ihrer Versorgung betroffen. Denn wie der Caritasverband auf TV-Anfrage mitteilt, bleibt die Wittlicher-Tafel am heutigen Mittwochvormittag und bis auf weiteres geschlossen. Das geschehe aus Rücksicht auf die rund 100 ehrenamtlichen Helfer, erklärt Anja Adam vom Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück. Da unter den Ehrenamtlichen viele Menschen im Alter von 60, 70 und 80 Jahren seien, gehörten diese damit auch zur Risikogruppe, erklärt Adam. „Wir hätten die Schließung gerne vermieden, aber es geht nicht anders.“ Wöchentlich versorgen sich 150 Menschen bei der Wittlicher Tafel mit Lebensmitteln.