Vom Techno-Fest zur Wander-Idylle

Rosa Nase, grüne Augen, grau getigertes Fell ... Vom Titelbild des neuen Jahrbuches des Hunsrückvereins blicken zwei Imageträger des Hunsrücks den Betrachter an: Wildkatzen. Das Buch ist jetzt, kurz vor dem Jahreswechsel, erhältlich.

Kempfeld. (red) Druckfrisch ist das neue Jahrbuch des Hunsrückvereins, das dieser Tage erschienen ist. Wandern ist ein großes Thema. Rotwild, der jüdische Friedhof in Idar-Oberstein, die Urlaubsregion Thalfang, das veränderte Denken im Waldbau, ein Porträt der ältesten Stadt des Hunsrücks, Kirchberg, und mehr waren den Verlegern des Jahrbuchs einen Artikel wert.

Schrille Töne auf der Raketenstation Pydna



In die ruhigen Eindrücke des beschaulichen Hunsrücklebens mischen sich in einem Beitrag die schrillen Töne der Techno-Partys auf der Pydna. "Wir können uns nicht nur in der Vergangenheit verlieren und in der Idylle", verteidigte Gerd Danco, der Vorsitzende des Hunsrückvereins, bei der Vorstellung des Buchs in der Wildenburggaststätte die Entscheidung, die Geschichte der früheren Raketenstation bis zu den "Nature-One"-Feten ins neue Jahrbuch aufzunehmen. "Wir haben es hinzunehmen, sie sind da", bekräftigte Danco, der durchaus kein Freund von Techno-Tänzen ist. Aber: "Wenn 60 000 Menschen dort sind, können wir nicht an dem Thema vorbei."

Fritz Frey, früher Bürgermeister in Kastellaun, hatte die Entwicklung auf der Pydna beschrieben. Die Raver-Partys sind ein Mosaikstück im neuen Hunsrück, und eben deshalb wollten die Organisatoren des Jahrbuchs nicht auf diesen knalligen Farbtupfer verzichten.

Der grelle Farbton der Partys ist nur ein verschwindend kleiner Teil des Gesamtbildes Hunsrück, das die Autoren in 34 Beiträgen gemalt haben. Einige neue Autoren sind dabei wie Helmut Haack, der über die Geschichte des Rotwilds im Soonwald und seine Bejagung schreibt. Oder Rolf Schulze. Der Doktor aus Winterburg hat in einem Beitrag die Entwicklung seiner "jagenden Landarztfamilie" über Generationen verfolgt.

Andere Autoren gehören zum Stamm des Autorenteams. Allen voran Gerd Danco, der ein Plädoyer auf die Kunst hält und dabei vor allem auf Franz Eichenauer und Ute Eichenauer-Best eingeht, deren Werke der Karl-Heinz-Brust-Stiftung hinzugefügt wurden.

Danco, Vorsitzender des Hunsrückvereins, hat seit dem ersten Jahrbuch vor fast 20 Jahren Artikel geschrieben und wird, auch wenn er aus dem Hauptamt ausscheidet, künftig weiter fürs Jahrbuch arbeiten: "Es ist mir ans Herz gewachsen."

Weitere Ausgabe ist bereits in der Mache



Beiträge für die nächste Ausgabe liegen schon in seiner Schublade - auch wenn der Band erst in einem Jahr veröffentlich wird. Das Motiv auf dem Titelbild, die beiden Wildkatzen, hat der bekannte Schaurener Fotograf Hans-Martin Braun aufgenommen.

Im Buch verteilt sind sieben Gemälde von Jutta Christ aus Büchenbeuren, die Motive der Hunsrücklandschaft verarbeitet hat.

Das Buch ist in einer Auflage von 7000 erschienen und kann für zwei Euro bei den Ortsgruppen des Hunsrückvereins, in Tourist-Info-Stellen und Verwaltungen gekauft werden.