Weitere Gutachten erwartet

Viele Zeugen und neue Beweisanträge: Länger als geplant dauert der Prozess gegen einen 53-Jährigen Morbacher, der sich vor dem Landgericht Trier wegen des Verdachts auf schweren sexuellen Missbrauch an unter 14-jährigen Mädchen verantworten muss.

Trier/Morbach. Das Großaufgebot an Belastungszeugen, das die Erste Große Jugendkammer aufmarschieren ließ, scheint den Angeklagten beim Missbrauchsprozess nicht beeindruckt zu haben. Sogar die eigene Ehefrau und die gemeinsame Tochter hatten gegen ihn ausgesagt (der TV berichtete). Über Stunden zog sich in dieser Woche die Vernehmung des mutmaßlichen Hauptopfers, eines heute 13 Jahre alten Mädchens, hin. Die Öffentlichkeit hatte dabei keinen Zutritt. Auch der Angeklagte durfte bei der Befragung nicht dabei sein. Der Mann wurde auf Wunsch der jungen Zeugin aus dem Saal entfernt.
Doch trotz des "Bombardements an belastenden Aussagen", wie es der Vorsitzende Richter Albrecht Keimburg schon an einem früheren Prozesstag sagte, bleibt der Angeklagte standhaft. Er verweigert ein volles Geständnis und weist den Vorwurf des schweren Missbrauchs zurück.
Die Folge für das mutmaßliche Opfer war der und unangehme Zeugenauftritt vor Gericht. Nach zwei Beweisanträgen aus dieser Woche der Trierer Verteidigerin Sylvia Karrenbauer geht es erst Mitte im September mit der Verhandlung weiter. Die Anwältin hat ein gynäkologisches Gutachten beantragt, das die schwerwiegenden Missbrauchsvorwürfe des mutmaßlichen Hauptopfers gegen den Angeklagten widerlegen soll.
Ein weiteres medizinisches Gutachten soll die Behauptung des Angeklagten bestätigen, dass er unter chronischer Impotenz leide und zu den Taten, die ihm vorgeworfen werden überhaupt nicht fähig sei. f.k.
Die Verhandlung wird am 17. September, um 9 Uhr in Trier fortgesetzt.

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