"Wie bei Goebbels" - FWG-Ratsmitglied will sich nicht öffentlich für Nazi-Vergleich entschuldigen

"Wie bei Goebbels" - FWG-Ratsmitglied will sich nicht öffentlich für Nazi-Vergleich entschuldigen

Die Emotionen sind auch am Tag nach der Sitzung des Verbandsgemeinderates Thalfang nicht abgeebbt. Die persönliche Fehde zweier Ratsmitglieder ging weiter. Bürgermeister Marc Hüllenkremer bezog außerdem zur Entlassung von Michael Suska Stellung.

Thalfang. Laut und emotional ging es am Montagabend mehrfach in der Sitzung des Verbandsgemeinderates Thalfang zu. Besonders in dem Moment als Hubert Schu (FWG) auf eine Forderung von CDU-Mann Gereon Haumann ("Hören Sie auf mit Dreck zu werfen") so antwortete: "Wie bei Goebbels" (TV vom 18. Dezember).
Eine Entschuldigung blieb aus. Einige Ratsmitglieder forderten Bürgermeister Marc Hüllenkremer auf, einzuschreiten, was dieser aber mit dem Hinweis, es sei eine Auseinandersetzung zwischen zwei Personen, nicht tat.
Nach Auskunft von Gereon Haumann hat sich Schu auch nach der Sitzung nicht entschuldigt. "Ich erwarte nun, dass er dies vor der nächsten öffentlichen Sitzung in gleichem Rahmen tut", sagte Haumann am Mittwoch dem TV. Und er wiederholte, was er am Montag gesagt hatte. "Ansonsten behalte ich mir rechtliche Schritte vor."
Er habe Haumann nach der Sitzung die Hand gegeben und gesagt, es tue ihm leid, berichtete Schu am Mittwoch auf TV-Anfrage. Eine förmliche Entschuldigung sei dies aber nicht.
Eine solche werde es auch in der nächsten Sitzung nicht geben, kündigte er an. Schließlich habe ihn Haumann schon einmal als "schizophren" bezeichnet und sich dafür auch nicht entschuldigt. Außerdem haue er immer auf die kleine FWG ein.
In die Diskussion hat sich auch der Beigeordnete Georg Resch (CDU) eingeschaltet. Der von Schu gebrauchte Vergleich sei "geschmacklos", sagte Resch. "Entsetzt bin ich vor allem auch darüber, dass der Bürgermeister trotz Aufforderung der Ratsmitglieder der anderen Parteien, Schu zurechtzuweisen, keinerlei Reaktion zeigte."
Aufregung gab es außerdem erneut um die fristlose Entlassung des ehemaligen Büroleiters Michael Suska. Bürgermeister Hüllenkremer berichtete vom Gütetermin vor dem Arbeitsgericht und rechtfertigte die Entlassung. "Es gibt gewichtige Gründe, die es mir untersagen, mit ihm zusammenzuarbeiten", sagte er. Welche das sind, ließ er offen.
Bei dem Termin sei für den Fall einer gütlichen Einigung von einer Forderung in Höhe von 100 000 Euro und einer Abfindung von 30 000 Euro die Rede gewesen. Suska habe keine Forderung gestellt, sagte dagegen Detlef Jochem (SPD).
Der Beigeordnete Resch, der bei dem Gütetermin dabei war, sprach nur von "Rechenbeispielen des Richters". Forderungen der Anwälte habe es nicht gegeben.
Unterdessen will Richard Pestemer (FWG) für eine Verbesserung des Klimas sorgen. "Ich möchte Bürgermeister, Beigeordnete und Fraktionen an einen Tisch holen", kündigte er an. Damit solle auch erreicht werden, dass der anstehende Wahlkampf nicht unter die Gürtellinie geht.

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