Kliniken schlagen Alarm

TRIER. (wie) Die Krankenhäuser in Trier und Saarburg schlagen Alarm: Weil den vier Kliniken wegen zusätzlicher Belastungen durch Gesundheitsreform und höhere Gehälter Millionen-Verluste drohen (der TV berichtete), wenden sich die Geschäftsführer an die Bundestagsabgeordneten der Region.

Fast zehn Millionen Euro - das ist die Summe, die dem Trierer Mutterhaus, dem Brüderkrankenhaus, dem Marienkrankenhaus in Trier-Ehrang und dem Kreiskrankenhaus in Saarburg insgesamt im nächsten Jahr fehlen wird. Das jedenfalls befürchten die Geschäftsführer der vier Kliniken. Grund sind die höheren Gehälter für Ärzte und alle anderen Mitarbeiter der Häuser. Vor allem aber fürchten die Krankenhaus-Verantwortlichen Millionen-Verluste durch die Gesundheitsreform. Allen Kliniken in Deutschland wird als so genannter Sanierungsbeitrag ein Prozent ihrer Budgets gekürzt. 0,5 Prozent vom Budget müssen sie zusätzlich für die Finanzierung hochspezialisierter Leistungen und ein Prozent zur Finanzierung der stärkeren Verzahnung von ambulanten und stationären Behandlungen aufbringen. Daher schlagen die Klinikchefs nun Alarm. Zumal sich die höhere Mehrwertsteuer, steigende Energiekosten und die für nächstes Jahr vorgeschriebene Neuregelung des Arbeitszeitgesetzes (Bereitschaftsdienste sind normale Arbeitszeit) zu weiteren Ausgaben der Krankenhäuser führen werden. All das zusammen führt zu Mehrbelastungen von 9,8 Millionen Euro in allen vier Häusern. Dadurch werde eine angemessene medizinische Qualität und auch der Erhalt der Arbeitsplätze in den vier Häusern in Frage gestellt, heißt es in einem Brief an die sechs Bundestagsabgeordneten der Region. "Wir appellieren an Sie, im Gesetzgebungsverfahren die geplanten Kürzungen aufzuhalten", schreiben die vier Geschäftsführer. Man wolle damit deutlich machen, wie angespannt die finanzielle Situation in den Häusern in Trier und Saarburg ist, sagte Ralf Lunkenheimer, Geschäftsführer des Trierer Mutterhauses, unserer Zeitung. Im vergangenen Jahr wurden in den betreffenden Kliniken mehr als 240 000 Patienten behandelt.

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