Letztes Geleit für Günter Ludolf doch privat: Angst vor Fan-Invasion

Letztes Geleit für Günter Ludolf doch privat: Angst vor Fan-Invasion

Am Donnerstag oder Freitag wollen die Ludolfs ihren verstorbenen Bruder Günter auf dem Urbacher Friedhof beisetzen. Die Brüder planen aber jetzt doch eine Feier im privaten Rahmen: Die Sorge, dass Fanmassen die Veranstaltung sprengen könnten, war zu groß. Die Anhänger sollen aber am Tag darauf Abschied nehmen können.

Die Brüder hatten zunächst erklärt, dass sie sich ausdrücklich über jeden Fan und Freund freuen, der der Beerdigung beiwohnt. „Günter wäre stolz darauf“, ist Uwe Ludolf sicher. Doch die logistischen Herausforderungen wären groß, wenn wie erwartet Massen zur Trauerfeier kommen würden. Jetzt soll es tags darauf einen Empfang für die Fans geben, der mit einem Besuch des Grabes verbunden ist.

Wolfgang Müller, Büroleiter im Puderbacher Rathaus, hatte in einem Interview gesagt: „Ich befürchte, dass wahre Heerscharen aus dem gesamten Bundesgebiet und aus Holland anrücken.“ Folglich sei klar, dass die Verbandsgemeinde darauf reagieren muss. Wie, war da allerdings noch nicht beschlossen. „Wir haben es erst heute Morgen aus der Zeitung erfahren und müssen uns noch abstimmen. Wir wollen im Rahmen der Verhältnismäßigkeit etwas tun“, sagte Müller. Ähnlich äußerte sich Urbachs Ortsbürgermeisterin Brigitte Hasenbring. „Wir werden etwas organisieren, aber dazu sind noch Absprachen nötig“, sagte sie. Grundsätzlich sah sie allerdings vorerst keinen übermäßigen Ansturm auf ihren Ort zukommen. „Der Termin ist ja relativ kurzfristig. Ich weiß nicht, ob der japanische Fan es da schafft“, scherzte sie. Auf der anderen Seite verwies sie aber auch darauf, dass „noch keine ähnlichen Berühmtheiten“ auf dem Urbacher Friedhof beigesetzt worden sind. Daher fehlten Erfahrungswerte. Und Trauergemeinden seien schließlich immer unbegrenzt.

Die Beisetzung im kleinen Kreis mit dem Abschied für die Fans einen Tag später könnte die Situation nun weiter entspannen. Von den Anhängern erwartet Hasenbring gesittetes Benehmen: „Bisher ist das Fanpublikum der Ludolfs ja nicht durch flegelhaftes Verhalten auffällig geworden. Allein die Masse bereitet manchmal Probleme“, meinte sie. Der zweitälteste der vier Brüder, die mit ihrem Schrottplatz in Dernbach im Kreis Neuwied bundesweit Bekanntheit erlangt und Fans in aller Welt haben, wurde tot in seinem Wohnhaus gefunden. Hinweise auf ein Fremdverschulden gab es nicht, hieß es von der Kriminalpolizei. Sie machte zunächst keine weiteren Angaben.

Günter war der ruhigste der Ludolf-Brüder. Wenn er mal etwas sagte, dann waren das sehr trockene Kommentare. Der 56-Jährige nahm die Anrufe entgegen und war damit auch in der seit 2006 laufenden Doku-Soap Die Ludolfs – 4 Brüder auf’m Schrottplatz zu sehen. Bei den Ludolfs selbst kündete ein Schild "Wegen Trauerfall geschlossen" von dem Ereignis. Manni und Uwe Ludolf kommen aber immer wieder vor die Tür und berichten - tieftraurig, aber sprudelnd wie ein Wasserfall.. "Es bleibt alles beim Alten."

Günters Platz, sein Aschenbecher sollen nicht angerührt werden. "Und in den Sarg legen wir ihm eine Schachtel", so manni. Zuvor hatte Dernbachs Ortsbürgermeister Heinz-Rudi Becker ("Ach Du Schande, sie haben ja immer sehr zusammengehalten") unserer Zeitung bestätigt, dass Uwe seinen Bruder am Morgen entdeckt hat - so, wie ihn auch die Zuschauer kannten: "Er saß in seinem Stuhl und wirkte friedlich." Günter Ludolf ist einem Herzinfarkt erlegen.

Günter Ludolf hinterlässt einen 17-jährigen Sohn aus einer geschiedenen Ehe. Dernbachs Ortsbürgermeister Becker sagte, Günter Ludolf werde den Menschen in Dernbach fehlen, wenngleich die vier Brüder vom Fernsehen abgesehen recht zurückgezogen gelebt hätten. Klar sei aber auch, dass Dernbach durch die Ludolfs bundesweit bekannt geworden ist. Günter, der am 22. Februar 57 Jahre alt geworden wäre, war passionierter Kaffeetrinker und Raucher. Das bestätigte auch Peter: "Zehn bis 20 Tassen starker Kaffee waren es schon am Tag." Kürzlich war Günter Ludolf bereits bei Dreharbeiten in Polen "aus den Latschen gekippt", ein Arzt habe ihm auch gesagt, er müsse etwas für seine Gesundheit tun.