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Wohnungseinbrüche: Land lehnt Einsatz von Hilfspolizisten ab

Wohnungseinbrüche: Land lehnt Einsatz von Hilfspolizisten ab

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) schlägt vor, dass alle Bundesländer uniformierte und bewaffnete Hilfspolizisten einsetzen. Rheinland-Pfalz lehnt das aber ab.

Rheinland-Pfalz setzt weiterhin keine Hilfspolizisten ein, um etwa gegen die Einbruchskriminalität vorzugehen. Innenminister Roger Lewentz (SPD) stellte sich am Donnerstag am Rande der Innenministerkonferenz im saarländischen Perl gegen die Forderung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Dieser hat eine Wachpolizei ins Gespräch gebracht. Nach einer Kurzausbildung sollten die Männer und Frauen begrenzte Polizeibefugnisse haben und Waffe und Uniform tragen.

"Polizei muss gut ausgebildet sein", begründete Lewentz die Ablehnung des Vorschlags. In Rheinland-Pfalz dauere die Polizisten-Ausbildung drei Jahre. Unterhalb dieses Niveaus dürfe man sich nicht polizeilich bewegen in Rheinland-Pfalz. In den kommenden fünf Jahren würden im Land jährlich 500 zusätzliche Polizisten eingestellt, da sei kein Platz und kein Bedarf für Hilfspolizisten, sagte der SPD-Politiker. Auch Benno Langenberger, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, ist skeptisch, was den Einsatz von Hilfspolizisten angeht.

Das sehen andere Innenminister anders. Hessens Ressortchef Peter Beuth (CDU) sagte in Perl, man habe seit 2000 gute Erfahrungen mit Wachpolizisten gemacht. Saarlands Innenminister Klaus Bouillon (CDU) glaubt, dass es schon bald mehr Wachpolizisten geben wird. Im Saarland sind seit Anfang Juni 30 dieser unbewaffneten Polizisten im Einsatz.

Lewentz sieht die rheinland-pfälzische Polizei gut auf die Bekämpfung der Einbruchskriminalität vorbereitet. Trotzdem soll die Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern diesbezüglich verbessert werden. Dazu unterschrieben Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen gestern eine Kooperation. Im Mittelpunkt steht dabei, dass Informationen über international agierende Tätergruppen schneller zwischen den Länderpolizeien ausgetauscht werden sollen. Laut Lewentz wird es künftig gemeinsame Ermittlungsgruppen und einen Abgleich von Spuren geben. In der Region hat es laut Polizeipräsidium Trier in den ersten fünf Monaten des Jahres 311 Wohnungseinbrüche gegeben und 170 Versuche.Mehr zum Thema

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