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Schnelles Internet: Trier gut, Rest der Region (noch) abgehängt

Aus dem Archiv November 2018 : Schnelles Internet: Trier gut, Rest der Region (noch) abgehängt

Aktuell werden zig Millionen Euro investiert, um die Situation in der Eifel, an der Mosel und im Hunsrück bis spätestens 2020 zu verbessern. Das ist wichtig – auch für den Arbeitsmarkt.

Die Lieblingsserie streamen? Ein IT-Unternehmen gründen? Oder einfach im Netz nach Rezepten suchen? Auch im Jahr 2018 ist das in vielen Orten der ländlichen Region Trier noch Zukunftsvision. Eine groß angelegte Studie des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos zeigt, wie schlecht es um die Digitalisierung in der Region Trier bestellt ist.

Der Eifelkreis Bitburg-Prüm zählt zu den deutschen Schlusslichtern: Unter den 401 Kreisen und kreisfreien Städten belegt er Platz 395. Sehr viel besser schneiden allerdings auch die Kreise Trier-Saarburg (Rang 355), Vulkaneifel (Rang 353) und Bernkastel-Wittlich (Rang 322) nicht ab. Einzig die Stadt Trier spielt auf Platz 155 im besseren Mittelfeld.

Untersucht hat Prognos nicht nur, wie es um den Breitbandausbau steht, sondern auch wie der Arbeitsmarkt digitaler Berufe jeweils aussieht und wie lebendig die Informations- und Kommunikationsbranche ist. Unter anderem wurden fünf Millionen Stellenanzeigen ausgewertet. Das Ergebnis ist ernüchternd. Zeigte sich doch, dass der ländliche Raum noch viel stärker hinterherhinkt als erwartet: Selbst wenn schnelles Internet verfügbar ist, zieht es Fachkräfte und IT-Dienstleister eher in die großen Städte. Allerdings ist man vielerorts – auch in der Region Trier – noch weit davon entfernt, überall gute Breitbandverbindungen anzubieten. Der Grund dafür?

Telekommunikationsunternehmen investieren nur dann, wenn es für sie profitabel ist. Im dünn besiedelten Eifelkreis mit seinen vielen kleinen Dörfchen, den vielen Hügeln und Tälern hatten sie offenbar kein Interesse. Und in anderen Teilen der Region auch nicht. Die Kreisverwaltung Bitburg-Prüm spricht von einem „fast vollständigen Marktversagen“.

Auch, wenn sie im Digitalisierungskompass 2018 (noch) nicht gut dastehen – tatenlos sind die Kreise der Region keinesfalls. Sie alle zapfen aktuell Förderprogramme von Bund und Land an, um die Situation deutlich zu verbessern.

Und es wird auch bereits gebaggert. Im Eifelkreis fließen 26 Millionen Euro um die „Wirtschaftlichkeitslücke“ zu füllen, die die Unternehmen bisher daran hinderte, tätig zu werden. In der Vulkaneifel sind es knapp neun Millionen, im Kreis Bernkastel-Wittlich zwölf Millionen, im Kreis Trier-Saarburg 9,5 Millionen Euro. Ziel ist es, alle Gemeinden mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde zu beliefern und Zigtausende „unterversorgte Adressen“ anzuschließen.

Zudem sollen Gewerbegebiete und Schulen mit Glasfaser versorgt werden. Je Kreis werden dafür Hunderte Kilometer Leitungen verlegt. Bund und Land zahlen 90 Prozent der Kosten, die Kommunen zehn Prozent. Das Land Rheinland-Pfalz hat 575 Millionen Euro für den weiteren Ausbau in seinen Haushalt eingestellt.

Die Kreise Bernkastel-Wittlich und Vulkaneifel wollen 2019 fertig sein, in Trier-Saarburg und dem Eifelkreis wird es bis 2020 dauern, ehe streamen und surfen fast überall zum Alltag gehören kann. Einzelne, abgelegene Gehöfte werden allerdings auch weiterhin auf einen Alltag mit schnellem Internet verzichten müssen.

Es ist allerhöchste Zeit!

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