Brücken schlagen

TRIER. Die Nikolaus-Koch-Stiftung macht es jetzt in der Region Trier möglich: das Projekt "Ponte" unterstützt Erzieherinnen und Grundschullehrer, einen gemeinsamen Bildungsbegriff zu entwickeln. Kinder sollen dadurch besser gefördert werden, um ihnen den Übergang zwischen Kindergarten und Schule zu erleichtern.

"62 Prozent der Grundschulen kennen nicht die pädagogische Konzeption des Kindergartens. 61 Prozent der Kindergärten sind nur unzureichend über die Grundschule informiert", sagt Jörg Ramseger, Professor an der Internationalen Akademie für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie (INA gGmbH) an der Freien Universität Berlin. Fünfzig Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen waren in die Berufsbildende Schule in Trier zum Start des Projekts "Ponte" gekommen. "Ponte ist italienisch und heißt die Brücke", erläuterte Ramseger. "Wir wollen Brücken schlagen zwischen den Kindergärten und den Grundschulen, zur Wissenschaft, zu Ausbildungsinstituten, zur Verwaltung." Ziel von "Ponte" sei die Entwicklung eines gemeinsamen Bildungsbegriffes zwischen Kindergärten und Grundschulen. Jörg Ramsenger hat das Kindergarten- und Schulentwicklungsprojekt mit konzipiert. In Kooperation mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Deutsche Bank Stiftung sowie unter Beteiligung der Nikolaus-Koch-Stiftung sollen mit Hilfe des Projekts jetzt auch in der Region Trier neue Wege zwischen Kindergärten und Grundschulen erprobt werden. "Alle Bildungsprozesse der Grundschule wurzeln in den Bildungsprozessen der frühen Kindheit", betonte Ramsenger. Der Schuleintritt stelle immer noch einen Bruch in der Bildungsbiografie der Kinder dar. Die Konsequenz: Der Bildungsprozess soll früher gefördert werden und in die Grundschule mitgenommen werden. Ramsberger: "Ponte stellt ein System zur Verfügung, und die Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen sind die Macher." Der erste Schritt wird sein, dass so genannte Tandems aus ein bis zwei Kindergärten und einer Grundschule gebildet werden. Ab Mitte Januar wird eine "Ponte"-Moderatorin die regelmäßigen Treffen begleiten. "Erst einmal sollen während der moderierten Dialoge Rahmenpläne gegenseitig erläutert werden und die Arbeit transparent gemacht werden", sagte Ramsberger. Workshops und Kleingruppentreffen werden organisiert. "Ponte"-Referenten liefern den Wissenschaftsinput. "Ponte ist ein Mitmachprojekt für Pädagogen mit Veränderungsbereitschaft", sagte Ramsberger. Und kostenlos für die Einrichtungen. Gründe für Veränderungen gebe es einige. Das hätten Iglu und Pisa mit dem Ergebnis, dass Kinder zu wenig und vor allem das Falsche lernten, gezeigt. Ramseger: "Das Neue kommt nur in Teams in die Welt." Ein kontinuierlicher Bildungsprozess des einzelnen Kindes sei nur möglich, wenn Grundschulen und Kindergärten stärker kooperierten. Weitere Informationen unter:

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