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Das letzte Kapitel der Konversion in Trier

Kommentar : Das letzte Kapitel der Konversion

Das wird es dann gewesen sein: Wenn in einigen Jahren das Neubaugebiet Castelnau Mattheis entwickelt ist, gehen in Trier die Jahrzehnte der Konversion zu Ende. Dann werden alle ehemaligen Kasernenflächen der einst zweitgrößten Garnisonsstadt des französischen Militärs einem friedlicheren Nutzen zugeführt sein.

Für die Stadtentwicklung war der Abzug der Franzosen ein Glücksfall, auch wenn nicht immer so etwas Schönes wie der Petrispark oder Nützliches wie die Arena daraus entstanden ist. 

Auf den Flächen ehemaliger Kasernen ist viel neuer Wohnraum entstanden. Leider nicht genug preisgünstiger Wohnraum, was wesentlich an der über Jahrzehnte mangelnden Förderung des sozialen Wohnungsbaus durch den Staat lag. Das hat sich nun zwar geändert. Aber nicht einmal die von Verwaltung und Rat verabschiedete Pflichtquote für sozialen Wohnungsbau bei allen neuen Bebauungsplänen wird helfen, wenn es keine größeren Flächen für den Wohnungsbau mehr gibt. Dann wird sich auch der Stopp des Baugebiets Brubacher Hof rächen, das über mehrere Jahre einen Puffer bedeutet hätte. Dessen Bedeutung für den Grundstücksmarkt und die Menschen, die in Trier auf der Suche nach einem Baugrundstück sind, ist allerdings noch größer als für den sozialen Wohnungsbau.

Für den gibt es zumindest noch die Jägerkaserne in Trier-West, wo der Bauboom für hochpreisige Eigentumswohnungen den Stadtteil vor besondere Herausforderungen stellt. Konversion bezeichnet auch die neue Nutzung von Betriebs- oder Industriegelände. Darauf haben Verwaltung und Rat meist keinen Einfluss. Leider.

r.neubert@volksfreund.de