Fällaktion für Behindertenparkplatz

Stadtentwicklung : Fällaktion für Behindertenparkplatz in Trier-Mariahof

Eine Baumaßnahme neben der Kirche in Mariahof schlägt hohe Wellen.

Sieben Bäume sind in der Nähe der Pfarrkirche St. Michael in Mariahof gefällt worden. Die Aktion im Auftrag des Tiefbauamts haben dort und in den sozialen Netzwerken für Aufregung gesorgt. Bäume zu fällen, um Parkplätze zu schaffen, so die überwiegende Meinung, sei nicht zeitgemäß.

Baudezernent Andreas Ludwig nahm den emotionalen Protest und die Anfragen von Ratsmitgliedern und aus dem Stadtteil zum Anlass, am Donnerstag im Bauausschuss über die Maßnahme aufzuklären. So berichtete ein Mitarbeiter des Amtes, es seien sieben Bäume gerodet worden. Nur einer davon sei tatsächlich erhaltenswert gewesen. „Die anderen Bäume waren wild durch den Zaun gewachsen.“ Die Maßnahme sei ein vom Ortsbeirat und dem Stadtrat genehmigtes Vorhaben. 

„Es war der Wunsch der Kirchengemeinde, in diesem Bereich mehr Platz zu schaffen, damit gehbehinderte Menschen besser die Gottesdienste besuchen können“, erläuterte Ludwig. „Diese Sache ist demokratisch beschlossen. Es ist höchste Zeit, dass wir damit zum Abschluss kommen. Es werden zudem mehrere Ersatzbäume gepflanzt.“

Tatsächlich liegt der Beschluss für die Maßnahme, die Teil des Bebauungsplans BMa1 Gartenstadt Mariahof ist, acht Jahre zurück. In der damaligen Ortsbeiratssitzung waren acht von 13 Mitgliedern befangen und durften nicht mitstimmen. Sie besaßen zu diesem Zeitpunkt Grundstücke in Mariahof und sind damit an den Kosten für den Ausbau der Wege im Stadtteil beteiligt.

Thomas Albrecht (CDU) und seine Frau Jutta gehörten damals zu den von der Abstimmung ausgeschlossenen Mitgliedern im Ortsbeirat. „Ich bezahle als Anlieger jetzt für den Parkplatz, den ich nicht will und den ich nicht billige“, machte Thomas Albrecht in der Sitzung am Donnerstag deutlich. Bereits am Dienstag hatte er in den sozialen Netzwerken gegen die Fällaktion protestiert. „Trier hat den Klimanotstand ausgerufen. Doch bei den Verantwortlichen der Stadt Trier scheint das noch nicht angekommen zu sein.“ Die Ausrufung des Klimanotstands in Trier und die Verpflichtung, noch nicht umgesetzte Beschlüsse noch einmal auf ihre Klimaverträglichkeit zu überprüfen, hätte nach seiner Meinung auch auf dieses Projekt angewendet werden müssen.

Sympathien für diese Kritik bekam der CDU-Politiker von Bündnis 90/Die Grünen. Dominik Heinrich kritisierte zudem Informationsdefizite. „Für Außenstehende ist nicht zu erkennen, auf welcher Grundlage Bäume gefällt wurden.“ Baudezernent Ludwig teilt diese Kritik nicht. In einem Schaukasten in Mariahof seien die Pläne einsehbar.