Glaube im Alltag: Was mir heilig ist

Glaube im Alltag : Was mir heilig ist

Am morgigen Sonntag empfangen viele Mädchen und Jungen das Sakrament der Ersten Heiligen Kommunion. Heilige Kommunion? Ja, geheiligt durch Gottes Gegenwart. In der Gestalt des Brotes schenkt er sich in Hände und Herz jedes Einzelnen.

Im Vertrauen auf ihn kann jeder in den guten Plan des Lebens hineingehen.

Bei einem Glaubensabend im Pfarrhaus Beuren wurden kürzlich Erwachsene mit der anspruchsvollen Frage konfrontiert: Was ist mir heilig? Nach einiger Zeit kamen wir dem Heiligen in unserer Welt näher. „Heiligtümer hat nur der Mensch, der eine Geschichte und den Mut zur Erinnerung hat. Wo es keinerlei Erinnerung gibt, da gibt es kein Heiligtum.“ Ein Heiligtum ist ein sich Erinnern und zugleich ein Verweis in die Zukunft, so hat es der verstorbene Bischof Hemmerle einmal treffend formuliert.

Unsere Antworten nach persönlichen Heiligtümern ließen sich in drei Kategorien einordnen. Erstens: das Elternhaus, die Kinder- und Jugendzeit, der erwählte Beruf sowie die selbst gegründete Familie. Innerhalb der eigenen Biografie fielen uns auf den zweiten Blick Beziehungen ein, die für uns als unverzichtbar gelten. Begegnungen und Freundschaften zu Menschen, denen wir viel zu verdanken haben, weil sie unseren Lebensraum zu etwas Besonderem, ja vielleicht sogar ein bisschen „heilig“ gemacht haben.

Als Drittes wurden Werte und Ideale genannt: der Glaube, der Friede, die menschlichen Rechte auf Leben und Freiheit. Wichtig bei allen Aspekten der individuellen Heiligtümer ist das bewusste „Ja“ zu meiner Biografie, meinen Beziehungen und meinen Werten.

In Trier beginnen bald die Heilig-Rock-Tage, eine traditionelle Verehrung des Gewandes Jesu. Eine Fülle von spirituellen Angeboten laden uns ein. Ich bin sicher, wir haben dabei Gelegenheit, der anfangs gestellten Frage weiter nachzuspüren.

Rüdiger Glaub-Engelskirchen,

Gemeindereferent St. Franziskus Hermeskeil

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