Irscher Sportplatz: Finanzierung offen

Trier · Nachdem das Land seine Zuschüsse mehr als halbiert hat, steht es offenbar in den Sternen, ob und wann in Trier weitere Tennenplätze in Kunstrasenplätze umgewandelt werden können. Das erklärte Sportdezernentin Angelika Birk in der jüngsten Stadtratssitzung.

Trier. Der marode Irscher Tennenplatz sollte dieses Jahr in einen Kunstrasenplatz verwandelt werden, der Stadtrat hatte dafür Geld bewilligt. Dann kam die Hiobsbotschaft aus Mainz: Das Land bezuschusst die Umwandlung von Tennen- in Kunstrasenplätze nur noch mit 100 000 Euro statt wie bisher mit 280 000 Euro (der TV berichtete).
"Keine Aussage möglich"


Die FDP wollte in der Stadtratssitzung am Donnerstag von Angelika Birk wissen, welche Folgen das für den Irscher Sportplatz hat. Die Sportdezernentin hatte keine guten Nachrichten: Weil sich der über Kredite finanzierte Eigenanteil der Stadt - und durch die Zinsen auch die Folgekosten - deutlich erhöhen würde, könne "derzeit keinerlei Aussage dar über getroffen werden, ob beziehungsweise wann weitere geplante Umwandlungen von Tennenplätzen in Kunstrasenplätze möglich sind", erklärte Birk. Die Kürzung des Landeszuschusses dürfte demnach auch auf den seit Jahren anvisierten Bau eines Kunstrasenplatzes in Zewen Auswirkungen haben. Zumal die Stadt auch Geld aufbringen muss für sanierungsbedürftige Turnhallen, die für den Schulsport genutzt werden - insbesondere Toni-Chorus- und Wolfsberghalle. Der Erhalt dieser Hallen sei "in der Prioritätensetzung und Dringlichkeit ganz oben anzusiedeln", sagte Birk. Und machte damit deutlich, dass die Stadt das wenige Geld, das sie hat, beziehungsweise weitere Schulden, die sie für Sportstätten aufnimmt, eher in die Sanierung von Hallen als in Kunstrasenplätze stecken will.
Land lehnt Sanierung ab


Die Frage der FDP, ob das fehlende Geld für die Kunstrasenplätze auch anders aufgebracht werden könne, zum Beispiel durch private Initiativen, ließ Birk unbeantwortet.
Wie es mit der maroden Toni-Chorus-Halle weitergeht, ist ebenfalls ungewiss: Das Land hat die Sanierungspläne der Stadt abgelehnt. Begründung: Belaufen sich die Sanierungskosten - in diesem Fall rund 1,7 Millionen Euro - auf mehr als 80 Prozent der Kosten für einen Neubau, dann wird die Sanierung nicht vom Land bezuschusst (der TV berichtete). Für den Neubau einer Sporthalle mit drei Spielfeldern hat das Land der Stadt dagegen einen Zuschuss in Höhe von 60 Prozent in Aussicht gestellt. In diesem Jahr wird eine Bezuschussung allerdings wohl nicht mehr möglich sein. "Welche Finanzierungswege letztlich gewählt werden, kann angesichts der vielen offenen Fragen derzeit nicht beantwortet werden", erklärte Birk.
Bis entschieden ist, ob und wie ein Neubau finanziert werden kann, soll der Postsportverein Trier, dem die Toni-Chorus-Halle gehört, die Halle weiter instand halten und Schäden provisorisch beheben. Wie lange das gutgehen kann, ist fraglich. Immerhin hatte das städtische Sportamt die Halle schon im September vorigen Jahres als "äußerst sanierungsbedürftig" eingestuft, mit einer "kurzfristigen Schließung" müsse jederzeit gerechnet werden.
Würde die Toni-Chorus-Halle dichtgemacht, müsste für den Vereins- und Schulsport - in der Halle trainieren 21 Gruppen des PST sowie an Vormittagen die Ausonius-Grundschule und die Berufsschule - ein Ausweichort gefunden werden. Was bei den ohnehin überlasteten Hallenkapazitäten in der Stadt problematisch sein dürfte.
Wird die Halle am gleichen Standort neu gebaut, bestünde während Abriss und Bauzeit das gleiche Problem. Würde die Halle dagegen woanders neu errichtet, könnten PST und Schulen die jetzige Halle bis zum Umzug weiter nutzen - zumindest solange, bis sie wegen Bauschäden geschlossen werden muss. woc