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Kabinenbahn: Alles weiter in der Schwebe

Kabinenbahn: Alles weiter in der Schwebe

Zwei Wochen vor Ablauf der Gnadenfrist für Betreiber Peter Schwab ist unklar, wie es anschließend mit der Kabinenbahn über die Mosel weitergeht. Die Chancen auf eine Wiederaufnahme des Betriebs sind gering, aber durchaus vorhanden, hieß es gestern Abend im Stadtrat.

Der Countdown läuft: Bis zum 30. April muss Betreiber Peter Schwab (Bad Dürkheim) die seit zehneinhalb Jahren stillstehende Kabinenbahn zwischen Zurlaubener Moselufer und Weißhaus-Plateau wieder in Betrieb nehmen. Andernfalls ist sein bis 2027 laufender Erbpachtvertrag mit der Stadt sofort hinfällig, und dann könnten Stadtrat und -verwaltung alleine beschließen, was aus den Grundstücken der Tal- und Bergstation wird. Diesen Vergleich hat die 6. Zivilkammer des Landgerichts Mitte 2010 verkündet (der TV berichtete) und damit einen zweijährigen Rechtsstreit zwischen Stadt und Schwab beendet. Zumindest fürs Erste.

Nun naht der Tag der Entscheidung - für die FWG-Fraktion Anlass zu einer Anfrage in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend.

Den augenblicklichen Sachstand schilderte Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani so: Sollte die 1967 auf städtischem Grund errichtete Kabinenbahn nicht binnen der nächsten beiden Wochen wieder in Betrieb gehen - was mangels notwendiger Vorarbeiten völlig ausgeschlossen ist - tritt am 1. Mai der "Heimfall" ein. Das heißt: Peter Schwab, 71-jähriger Sohn des Erbauers Otto Schwab, muss die Grundstücke lastenfrei an die Stadt zurückgeben, und die kann sich bis zum 30. Juni aussuchen, ob sie die Anlage übernimmt oder Schwab zum Abriss auf eigene Kosten bis 31. August verpflichtet.
Derzeit stehe die Stadt mit Schwab über eine Verlängerung der Abrissfrist in Verhandlungen. Schwab, so die Dezernentin, sei nach eigenem Bekunden "sowohl zum Abbruch als auch - unter bestimmten Bedingungen - zum Weiterbetrieb bereit".

Letzteres bestätigte der 71-Jährige gestern Abend auf TV-Anfrage. Es gebe auch andere Interessenten für einen Betrieb. "Ich denke positiv und hoffe, dass die Stadt und wir eine vernünftige und für alle Seiten tragbare Lösung finden."

Wie die aussieht, weiß aber wohl keiner so recht, denn es geht um viel Geld. Ein Abriss wäre nicht einmal die preiswerteste Lösung, denn zum Entfernen der Seilverbindung über die Mosel müssten neben dem Straßen- auch der Schiffs- und der Bahnverkehr zwischen Zurlauben und dem Weißhaus gesperrt werden.

Auch wenn die Verwaltung "nur geringe Chancen" sieht für eine Wiederinbetriebnahme, für die erst einmal rund 600.000 Euro in die Technik investiert werden müssten, wolle sie dieses Ziel mit Priorität verfolgen. Mit einer finanziellen Unterstützung des Landes rechnet OB Klaus Jensen nicht, obwohl er bereits in Mainz dafür geworben habe.

Falls es zum Abriss kommt, stehen bereits Interessenten für eine neue Nutzung des Talstation-Geländes bereit. Laut Simone Kaes-Torchiani gebe es Anfragen aus den Bereichen Hotel, Gastronomie und Seniorenwohnen.

So oder so: Alle nun anstehenden Entscheidungen hat der Stadtrat mitzutreffen. "Ich gehe davon aus, dass wir uns hier schon bald wieder mit dem Thema befassen", orakelte die Dezernentin.