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Kommentar zum barrierefreien Impfzentrum Trier

Kommentar : Gut ist noch nicht gut genug

Gut gemacht, ist nicht immer gut genug. Dem Organisationsteam des Impfzentrums wird niemand einen persönlichen Vorwurf machen. Der Hinweis auf die zu steile Rampe und die Versäumnisse im Beratungsbereich der umgebauten Messehalle wurde sofort aufgegriffen, die Mängel beseitigt.

Es ist den Verantwortlichen eher peinlich, dass diese Hürden nicht selbst als Hindernisse für die Barrierefreiheit erkannt worden sind.

Der Vorfall zeigt allerdings, wie schwer der Weg in eine inklusive Gesellschaft trotz bester Absichten ist. Die selbstverständliche Teilhabe aller Menschen an allen Bereichen des öffentlichen Lebens ist das Ziel, dem sich der Trierer Stadtrat und die Verwaltung mit dem in mehreren Jahren erarbeiteten Inklusionskonzept verpflichtet haben. Um das bei allen Projekten der Stadt professionell mit Inhalt zu füllen, ist ein speziell geschulter Mitarbeiter sinnvoll, der Bau- und Bebauungspläne, Straßen- und Hallenbau von Beginn an beratend mit Blick auf Barrierefreiheit begleitet. Das ist keine neue Idee, sondern in anderen Städten bereits erfolgreich praktiziert. Vermeintlich kleine Versäumnisse wie im Impfzentrum, aber auch große Pannen könnten so vermieden werden.

r.neubert@volksfreund.de