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Trier: Freibadsaison beginnt: Auflagen für Gäste, hohe Kosten für die Stadt

Freizeit : Schwimmen im Schichtbetrieb

Endlich beginnt die Freibadsaison! Allerdings gelten strikte Regeln zum Infektionsschutz. Tickets gibt’s nur online – dafür aber zu reduzierten Preisen. Für die Stadt Trier wird die Badesaison dagegen ein teurer Spaß.

Jahr für Jahr der gleiche Ärger: Rund um das Trierer Südbad im Stadtteil Feyen/Weismark herrscht Parkchaos. Die Straßen im Wohngebiet stehen voller Autos und Motorräder. Manchmal geht es in den langen Verkehrsschlangen kaum vor oder zurück. Nicht selten lässt das Ordnungsamt abschleppen.

Zumindest dieses Problem fällt in der bevorstehenden Badesaison wohl aus. Denn statt der an heißen Tagen üblichen gut 3000 Besucher dürfen in diesem Sommer pro Tag nur 1000 auf das Schwimmbadgelände – verteilt auf zwei Schichten. Anders sind die wegen der Corona-Ansteckungsgefahr weiter geltenden Abstands- und Hygieneregeln nicht einzuhalten. Es sei nicht einfach gewesen, die Vorgaben des Landes umzusetzen, betonte Triers Sportdezernentin Elvira Garbes beim Vor-Ort-Pressetermin. „Besonders die Neuregelung des Kassenbetriebs sei schwierig gewesen. Aber jetzt fehlt nur noch das schöne Wetter – dann kann’s losgehen!“

Öffnungszeiten Den Anfang macht das Nordbad am Samstag, 20. Juni, um 8 Uhr. Das Südbad lässt die ersten Badegäste der Saison ab 11 Uhr rein. Die Gästezahl ist strikt begrenzt: Ins Südbad dürften pro Tag maximal 1000 Besucher verteilt auf zwei Zeitfenster, das erste von 11 bis 14.30 Uhr, das zweite von 15.30 bis 19 Uhr. Pro Badezeit werden maximal 500 Menschen auf das Gelände gelassen. Im Nordbad gibt es drei Badezeiten: Von 8 bis 11 Uhr, von 12 bis 15 Uhr und von 16 bis 19 Uhr. Jeweils 200 Schwimmer dürfen pro Schicht auf das Gelände.

Trierer Freibäder öffnen: Interview mit Elvira Garbes und Matthias Ulbrich

Tickets Wegen der starken Beschränkungen sind die Eintrittspreise reduziert: Erwachsene zahlen 3 Euro statt 5, ermäßigte Karten kosten 1,50 statt 3 Euro. Weitere Preisabstufungen gibt es nicht. Dauer-, Zehner- und Schülerferienkarten werden in diesem Jahr ebenfalls nicht angeboten. Kombikarten, die normalerweise für das weiter geschlossene Hallen-Stadtbad und die beiden Freibäder gelten, können nicht genutzt werden. Die Geltungsdauer der Kombikarten wird aber verlängert.

Online-Reservierung Eintrittskarten in Nord- und Südbad müssen vorab im Internet reserviert werden (unter www.suedbadtrier.de oder unter www.trier.de). Dabei müssen Namen und Kontaktdaten der Badegäste genannt werden, damit im Fall der Fälle Corona-Infektionsketten zurückverfolgt und Kontaktpersonen ermittelt werden können.

Reservierungen können für bis zu fünf Badegäste gleichzeitig vorgenommen werden. Auch Kinder und Babys müssen angemeldet werden. Kinder bis zehn Jahre dürfen nur angemeldet werden, wenn auch ein Erwachsener mit schwimmen geht. Nach erfolgreicher Reservierung verschickt das Sportamt eine Buchungsnummer. Diese muss – per Ausdruck oder auf dem Handy – an der Schwimmbadkasse vorgezeigt werden. Bezahlt werden die Tickets direkt an den Kassen und ausschließlich mit Bargeld.

Die Eintrittskarten können maximal drei Tage im Voraus reserviert werden. Wer am gebuchten Termin dann doch nicht kann oder will, ist gebeten, sich per E-Mail beim städtischen Sportamt (sportamt@trier.de) wieder abzumelden, damit die freien Plätze neu vergeben werden können. Badegäste können mehrere Badezeiten an einem Tag hintereinander buchen – müssen dafür aber jeweils neu Eintritt bezahlen.

Becken In den Schwimmerbecken von Nord- und Südbad werden jeweils zwei Doppelbahnen abgetrennt. Pro Doppelbahn sind maximal 16 Schwimmer gleichzeitig zugelassen. Auf einer Bahn geht es in die eine Richtung und auf der anderen zurück. Auf der fünften Schwimmerbahn im Südbad sowie im Bereich unter der Sprunganlage sind weitere 38 Schwimmer zugelassen. Insgesamt dürfen damit 70 Personen gleichzeitig im Schwimmerbecken sein. Im Nichtschwimmerbecken des Südbads dürfen sich gleichzeitig 100 Menschen aufhalten, im Planschbecken sieben.

Auf den beiden Doppelbahnen im Nordbad-Becken sind ebenfalls jeweils 16 Schwimmer, also 32 gleichzeitig insgesamt, zugelassen. Auf der Restfläche des Beckens noch einmal zusätzlich 39 Menschen. Das Planschbecken im Nordbad bleibt gesperrt.

Außerhalb der Becken bleiben in beiden Freibädern Rutschen, Volleyballfelder, Fußballfelder und Sprungblöcke gesperrt. Der Spielplatz im Südbad ist eingeschränkt nutzbar – es gibt nur eine statt zwei Schaukeln. Die Tischtennisplatte im Südbad darf dagegen genutzt werden, Schläger und Bälle müssen von zu Hause mitgebracht werden.

Essen und Trinken Im Südbad öffnet der Kiosk im Hauptgebäude, im Nordbad bleibt die Kiosk-Gastronomie zumindest vorerst geschlossen.

Umkleiden, Duschen, Toiletten Die warmen Duschen in den Umkleidebereichen sind in beiden Bädern gesperrt. Umkleidekabinen und Toiletten sind geöffnet, aber zahlenmäßig reduziert, um Kontakte möglichst gering zu halten. Die Familienumkleidekabinen im Südbad und die Sammelumkleide im Nordbad sind geschlossen.

Infektionsschutz Zwischen den Badezeiten und am Abend werden in den Bädern Kontaktflächen, Toiletten und Umkleiden gründlich gereinigt und desinfiziert. In den Kassen-, Toiletten- und Umkleidebereichen gilt Maskenpflicht. Badegäste müssen sich an der Eingangspforte zum Schwimmbadgelände die Hände desinfizieren, Spender dafür stehen bereit.

Vereinssport Vereine können das Nord- und Südbad unter der Woche nach Ende der Badezeit ab 19 Uhr bis 20.45 Uhr nutzen. Das Sportamt informiert die Vereine über die Regelungen. Auch beim Vereinssport muss das Hygienekonzept eingehalten werden.

Matthias Ulbrich, Leiter des städtischen Sportamts, freut sich auf eine – den Umständen entsprechende – schöne Freibadsaison. Sein Appell an alle Badegäste: „Bitte nehmen Sie Ihre Eigenverantwortung wahr und halten Sie sich an die Regeln – sonst funktioniert die Sache trotz all unserer Bemühungen nicht!“