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Triers Politikwissenschaft diskutiert mit Minister Altmaier

Campus : Triers Politikwissenschaft diskutiert mit Minister Altmaier

Der Alumni-Verein ermöglichte Studierenden und Absolventen der Universität eine Veranstaltung rund um das Thema Industriepolitik.

  Sollte an der schwarzen Null festgehalten werden? Wie können wir Datenschutz sicherstellen? Sollte Huawei für den 5G-Netzausbau in Deutschland zugelassen werden? Nicht oft bietet sich die Gelegenheit, seine Fragen direkt an den zuständigen Minister zu stellen. „Als Politikwissenschaft der Universität Trier wollten wir die Chance zu einem lebendigen Austausch und zur Meinungsbildung bieten“, erklärt Professor Dr. Dirk Schmidt. Studierende und Mitarbeitende aller Fächer sowie Gäste waren der Einladung des Alumni-Vereins der Politikwissenschaft zum Vortrag von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in die Promotionsaula des Priesterseminars gefolgt.

Auf der Agenda des Vortrags stand das Thema einer Industriestrategie für Deutschland und Europa. „Gerade was Europa angeht, ist unsere Politikwissenschaft an der Universität Trier sehr gut aufgestellt“, sagte Universitätspräsident Professor Dr. Michael Jäckel in seiner Begrüßung.

„Solche Veranstaltungen zeigen, wie engagiert unsere Professoren hier sind und wie sehr sie mit der wissenschaftlichen Diskussion auf der Höhe der Zeit liegen.“

„Ich freue mich, dass das Thema Industriestrategie aufgegriffen wird – nicht nur von Ihnen, sondern von vielen“, sagte Minister Altmaier zu Beginn seiner Rede. Denn ein Ziel seiner Industriestrategie war es, eine Diskussion darüber zu beginnen, was den Wohlstand ausmacht und wie dieser dauerhaft in Deutschland zu sichern ist.

Für die Diskussion mit dem Publikum nahm sich Altmaier dann auch mehr Zeit als angesetzt. In dicht gedrängter Folge sprach Altmaier in seinem Vortrag über ein Deutschland, das in Sachen Digitalisierung manchmal hinterherhinke, über mächtige ausländische Unternehmen, über positive unternehmerische Impulse für den Umweltschutz und Bürokratie-Abbau für Gründer.

In der Diskussion ging es unter anderem um das wirtschaftliche Verhältnis zu China. Peter Altmaier: „Es wäre sehr kurzsichtig zu glauben, man könnte ein Land wie China mit so vielen Menschen auf Dauer niederhalten, indem man es industriepolitisch diskriminiert. Ich glaube, unsere Chance besteht darin, unser europäisches Sozial- und Wirtschaftsmodell so attraktiv zu machen und zu bewerben, dass es auch für die Menschen in China und anderswo interessant wird. Wir müssen unsere Gene mitvererben.“

Um China, besser gesagt um den Handelsstreit zwischen China und den USA, ging es auch schon am Nachmittag. Der Alumni-Verein der Politikwissenschaft hatte, wie jedes Jahr, zu Diskussionsrunden zu aktuellen Themen an die Universität Trier eingeladen.

Aus nah und fern – sogar aus der Schweiz – waren die Alumni, die jetzt beispielsweise in der Politikberatung, der Forschung oder im Journalismus arbeiten, zurück an ihre Alma Mater gekommen.

Zwei ehemalige Studierende der Universität Trier wurden im Rahmen des Alumni-Treffens zudem für ihre herausragenden Abschlussarbeiten mit dem Politische-Ökonomie-Preis und dem Alumni-Preis ausgezeichnet. Julia Dahm erhielt den Politische-Ökonomie-Preis für ihre Bachelorarbeit zur europäischen Agrarpolitik. Sie hatte dargelegt, dass bei der Agrarreform im Jahr 2013 nicht nur Interessensgruppen aus dem Agrarbereich Einfluss genommen haben, sondern auch weitere Gruppen zum Beispiel aus dem Verbraucherschutz.

Der mit 500 Euro dotierte Preis wird vom Uni-Trier-Alumnus und Hauptgeschäftsführer des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken, Jens Tolckmitt, gestiftet.

Der ebenfalls mit 500 Euro dotierte Alumni-Preis ging in diesem Jahr an Simon Fink. In seiner Masterarbeit untersuchte er die Frage, wie rheinland-pfälzische Kommunalpolitiker Social Media nutzen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier während seines Vortrags in Trier. Foto: TV/Universität Trier

Er kam zum Ergebnis, dass Social Media in seiner Bedeutsamkeit für die Kommunalpolitik noch eng begrenzt ist.