Weiß vom Salz

Zum Thema Streusalz auf den Straßen diese Zuschrift:

War es nicht kürzlich zu lesen: Das große Jammern über zu wenig Streusalz. Tonnenweise Salz lagerte im Silo, und schon ist fast alles weg. Ach ja, zur Erinnerung, wir haben Winter, Winter in Trier. Es scheint so eine typische Trierer Eigenart zu sein, eine sanft auf den Boden schwebende Schneeflocke unmittelbar nach ihrer Landung mit einem Kilo Salz zu eliminieren. Angesichts der Tatsache, dass oft der Wetterbericht am Morgen von ansteigenden Temperaturen spricht, wird dennoch munter drauflos gestreut (es könnte ja in Trier wieder kälter werden...). Schließlich wird der Streudienst bezahlt und sollte auf seinen Einsatz nicht verzichten. Das ist zwar lobenswert, aber nicht immer im Sinne des Steuerzahlers und der Umwelt. Es hat fast den Anschein, als könnte der Trierer nicht ohne Salz leben. Sein ganzes Fahr- und Gehverhalten richtet sich stets nach abgegebener Salz- beziehungsweise Streugutmenge. Nur ist es eigenartig, dass in vielen Ländern trotz Salzstreuverbot statistisch weniger Geh- und Fahrunfälle nachzuweisen sind. Auch die Straßen befinden sich dort in besserem Zustand. Desweiteren müssen die "Salzstreusünder" in diesen Gebieten hohe Geldbußen zahlen. Tagelang weiß, nicht vom Schnee, sondern vom Salz. - "Uns schöner Trier" Und da ist es schon wieder! Das Gejammer über löchrige Straßen, Korrosionschäden an Fahrzeugen, hohe Instandhaltungskosten der Einsatzfahrzeuge und Umweltschäden. Selbst das Umweltbundesamt (UBA) weist darauf hin, dass die Verwendung von Streusalz besonders kritische Nachteile für die Umwelt hat. Das Salz gelangt mit dem Schmelzwasser in den Boden. Dort greift es das Wurzelwerk von Pflanzen an, die am Straßenrand wachsen. Zudem gelangt Streusalz durch diverse Entwässerungssysteme in die Gewässer und kann dort bei bestimmten Konzentrationen Flora und Fauna empfindlich schädigen - mit erheblichen Folgekosten für Neuanpflanzungen, Reparaturen und Sanierungen. Auch bei Haustieren, die über aufgetautes Eis oder Schnee gehen, bleibt das Salz auf den Fußballen, was zu Entzündungen führen kann. Dabei wäre doch alles so einfach: Mit dem richtigen Schuhprofil mal wieder auf einer geschlossenen Schneedecke oder Eis "gehen" lernen und mit und nicht gleich in Panik ausbrechen, wenn eine Schneeflocke fällt. Für den kommunalen Bereich wäre eine Räumung ausreichend. Die Unfallhäufigkeit verringert sich hier durch umsichtiges Gehen und Fahren. In anderen Ländern klappt's doch auch. Stefan Mayer, München