Welschbilliger stoppen LKW-Fahrer mit 4,18 Promille

Welschbilliger stoppen LKW-Fahrer mit 4,18 Promille

Auf der Suche nach dem richtigen Weg hat ein Brummi-Lenker eine Menge Flurschaden angerichtet. Und das hochalkoholisiert.

Die Bundesstraße 422 durch Welschbillig ist gesperrt. Seit Monaten. Trotzdem passiert es regelmäßig, dass Auto- und LKW-Fahrer entsprechende Hinweisschilder unweit des Helenenbergs ignorieren. "Es kommt immer wieder vor, dass hier Lastwagen durchfahren", sagt eine Frau, die im Welschbilliger Neubaugebiet wohnt, das von der Boemundstraße erschlossen wird. Diese Straße ist jedoch alles andere als geeignet, um dort mit Lastwagen zu rangieren. Auch wenn ein Schild unmittelbar vor der Baustelle den Weg dorthin weist. "Wieder einer von denen, die sich verfahren haben", wird sich der eine oder andere Anwohner gedacht haben, als am Montag gegen 15.30 Uhr ein Fahrzeug auf der B?422 kurz vor der Baustelle rangiert.

Gegen 17.15 Uhr ändert sich die Lage. Der Fahrer touchiert neben einer Straßenlaterne auch ein Auto, einen Zaun und zwei Warnbaken. Anstatt sich um den Schaden zu kümmern, setzt der Lastwagen-Chauffeur seine Fahrt fort. Zuvor ist er nach Auskunft einer Augenzeugin auf den von ihm angerichteten Schaden angesprochen worden. Das scheint den Mann jedoch nicht zu interessieren. Er möchte wohl am Helenenberg wieder zur B51 zurück.

Diese Fahrerflucht bekommen auch andere Anwohner mit. Einer setzt sich ins Auto und fährt dem in Litauen angemeldeten Fahrzeug hinterher. "Mein Mann hat den LKW überholt und kurz vor dem Helenenberg gestoppt", sagt dessen Frau. Ihrem Mann sei es darum gegangen, dass sich der Fahrer nicht einfach so aus dem Staub macht und die Anwohner nicht auf ihrem Schaden sitzen bleiben. Dies denkt sich wohl auch ein anderer Autofahrer, der sein Fahrzeug hinter dem LKW postiert, so dass dessen Fahrer nicht mehr abhauen kann.

Die herbeigerufenen Beamten der Polizeiinspektion Schweich nehmen den ukrainischen Fahrer dann fest. Aus gutem Grund, wie Harald Licht, Leiter der Polizeiinspektion Schweich sagt. "Das ist zum Selbstschutz geschehen", sagt Licht. Denn der Alkoholtest vor Ort ergibt einen Blutalkoholwert von 4,18 Promille im Blut. Inzwischen ist der Mann wieder auf freiem Fuß. Wegen der Trunkenheitsfahrt darf er sich nicht mehr ans Steuer setzen. "Dieser Sperrvermerk gilt jedoch nur für die Bundesrepublik Deutschland", sagt Licht. Dauerhaft einbehalten darf die Polizei die Papiere jedoch nicht.

Der Dienststellenleiter geht davon aus, dass der von dem Ukrainer angerichtete Sachschaden - die Polizei schätzt ihn auf rund 18.000 Euro - auch beglichen wird. Denn innerhalb der Europäischen Union wird sichergestellt, dass Ansprüche in Mitgliedsländern auch bearbeitet und beglichen werden.

Harald Michels, Leiter des Gesundheitsamts Trier, berichtet auf TV-Anfrage aus seiner täglichen Arbeit, dass Alkoholwerte jenseits der vier Promille kein Einzelfall sind. "Werte zwischen drei und fünf Promille haben in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen." Ein solch hoher Wert wie bei dem Ukrainer sei für normale Menschen vermutlich tödlich. Man müsse schon über längere Zeit große Mengen Alkohol zu sich nehmen, um diese Werte zu erreichen und sich dabei noch halbwegs auf den Beinen halten zu können.

Was Alkohol bewirkt
In seiner Broschüre hat der Verkehrsclub ADAC zusammengestellt, welche Auswirkungen Alkohol auf einen menschlichen Körper hat. Ab 0,2 Promille lassen beispielsweise Konzentration und Sehvermögen nach. Bereits ab 0,3 Promille gibt es Beeinträchtigungen beim Autofahren. Ab 0,5 Promille beginnt die Enthemmung, ab 1,5 Promille stellt sich bei Menschen, die Alkohol nicht gewöhnt sind, Gangunsicherheit, Distanzlosigkeit und Uneinsichtigkeit ein. Ab zwei Promille kann die Alkoholvergiftung tödlich sein. Bei sogenannten Alkoholtoleranten besteht bei Werten ab 3,5 Promille Lebensgefahr.