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Buchautorin Meike Winnemuth in Trier: Von Langeweile keine Spur

Meike Winnermuth im Januar 2014 vor den Kaiserthermen in Trier
Meike Winnermuth im Januar 2014 vor den Kaiserthermen in Trier FOTO: Marion Maier
Trier. Bestsellerautorin Meike Winnemuth, die ihre einjährige Deutschlandtour in Trier begonnen hat, hat in ihren ersten zwei Wochen an der Mosel schon jede Menge erlebt. Sie war bei die Generalprobe von „Die Fliege“ im Trierer Theater, hat Guildo Horns Mutter besucht und als große Überraschung Günther Jauch getroffen. Marion Maier

Langeweile in Trier? "Nein, im Gegenteil. Mein Kalender ist prall gefüllt", sagt Meike Winnemuth, die sonst in Hamburg, seit etwas mehr als zwei Wochen aber in Pallien lebt (der TV berichtete). Auf die Frage nach den schönsten Erlebnissen in dieser Zeit sprudelt es aus ihr heraus. Da war die Generalprobe von "Die Fliege" im Trierer Theater ("Schön mal hinter die Kulissen zu schauen"), der Besuch auf dem Karthäuserhof bei Christoph Tyrell ("toller Typ, toller Wein, ein wunderschönes Gut") und dann die große Überraschung: Sie hat Fernsehmoderator Günther Jauch getroffen.

Und das kam so: Mit einem Bekannten, dem Wein-Kommissionär Bernd Weber, hat Winnemuth ein paar Weingüter besucht, unter anderem das Gut von Othegraven in Kanzem. Es gehört dem Fernsehmoderator, in dessen Sendung "Wer wird Millionär" die Quizliebhaberin 500?000?Euro gewonnen hatte. Das Geld hat Winnemuth für eine Weltreise genutzt, die sie zur aktuellen Deutschlandtour inspirierte (siehe Extra). was wiederum indirekt auch zu Umwege letztlich zu ihrem Deutschland . Das Geld hat sie für eine einjährige Weltreise genutzt, während der sie, nach Deutschland gefragt, feststellte, wie wenig sie über ihre Heimat wusste. Das wiederum hat sie zur einjährigen Deutschlandtour mit Stationen in elf Städten und auf einer Insel inspiriert, die sie Anfang Januar in Trier begonnen hat.

Für Winnemuth völlig unerwartet, aber von den männlichen Akteuren heimlich eingefädelt, kam dann beim Ausflug nach Kanzem Günther Jauch aus dem Haus und begrüßte die Autorin. "Ich war sprachlos, völlig überfordert", schreibt Winnemuth in ihrem viel beachteten Weblog (www.zurueckauflos.com). Wer die muntere Journalistin in Interviews oder auch sonst erlebt, weiß: das will schon etwas heißen. Mit Jauch hat sie Tee getrunken, Kuchen gegessen und schließlich doch geplaudert, worüber wird nicht verraten.
Eine weitere wichtige Persönlichkeit der Region hat die Autorin kennengelernt: Guildo Horn. Er hat Winnemuth angerufen, nachdem seine Mutter - sie hat Winnemuths Buch über die Weltreise gelesen - ihn auf die Deutschlandtour der Autorin aufmerksam gemacht hatte.

Daraufhin hat Winnemuth Lotti Köhler, Guildo Horns Mutter besucht, die sie "ziemlich wundervoll" findet. Sie hat auch ihre legendären Nussecken gegessen (Winnemuth: "fantastisch").

Interesse für kreative Köpfe

Auch in einige Ateliers hat Meike Winnemuth heineingeschnuppert, so in das der Maler Viktoria und Slawa Prischedko, auf das sie durch Zufall gestoßen war. Die Keramikkünstlerin Frauke Güntzel hatte Winnemuth hingegen eingeladen. Immer wieder Künstler. Verschiebt das nicht die Perspektive auf eine Stadt? Die Kontakte zu den Künstlern seien reiner Zufall gewesen, sagt Winnemuth. Sie treffe auch andere Leute. Andererseits räumt die Journalistin ein, dass sie sich für Menschen interessiere, die "quer zur Faser" seien, die kreativ seien.
Und was sagt sie mittlerweile zur Idylle? Im TV-Interview vor anderthalb Wochen hatte Winnemuth bei ihren ersten Eindrücken von Trier von einer solchen gesprochen. Ein Nachbar von ihr hatte dies mit Hinweis auf den Verkehrslärm und die viel befahrene Hauptstraße in Pallien als dummes Geschwätz abgetan. In ihrem Weblog schreibt Winnemuth: "Kann sein, dass er recht hat. Kann sein, dass alles, was man als Außenstehende über einen fremden Ort denkt und sagt - zumal wenn man ihn nur einen Monat lang erlebt -, gar nichts anderes als dummes Geschwätz sein kann." Die Sichtweise ändere sich, je länger man an einem Ort lebe, je genauer man ihn kenne. Mit Urteilen will sie sich zurückhalten. Doch den Menschen ihr altbekanntes Umfeld neu zu zeigen und ihnen Dinge vorzustellen, die sie nicht kennen, wie die Polizeikantine im obersten Stockwerk der einstigen Polizeiinspektion an der Südallee beispielsweise, das macht für die Autorin auch den Reiz ihrer derzeitigen Tätigkeit aus. Mehr:


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