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Natürlich Blond
Neues Tufa-Musical in Trier - Blond, brillant und glockenhell

Mit vollem Einsatz: Antonia Crames, Hauptdarstellerin Janina Jungbluth und Claudine Schott (von links).
Mit vollem Einsatz: Antonia Crames, Hauptdarstellerin Janina Jungbluth und Claudine Schott (von links). FOTO: Trierischer Volksfreund / Hans Krämer
Trier. Das neue Tufa-Musical „Natürlich blond“ ist ein Dauerfeuer aus Spielfreude, Witz und Energie. Von Jörg Pistorius
Jörg Pistorius

Premierenabend in der ausverkauften Tufa. „Natürlich blond“ steht auf dem Programm, die Musical-Fassung der 17 Jahre alten US-Filmkomödie „Legally Blonde“ mit Reese Witherspoon. Für viele der Premierengäste ist diese Information irrelevant. Sie würden auch kommen, wenn eine Tragödie, ein Drama, ein Krimi oder eine Debatte über Trierer Baurecht auf dem Programm stehen. Hauptsache, Stephan Vanecek als Regisseur und Dominik Nieß als musikalischer Leiter stecken dahinter. Denn dann kann es nur gut werden.

Seit 2009 inszenieren Vanecek und Nieß die jährlichen Musicals in der Tufa. Im vergangenen Jahr wagten sie sich an den Welterfolg „Sunset Boulevard“ von Andrew Lloyd Webber und machten daraus mit ihrem Team aus jungen und talentierten Amateuren ein Stück auf Profi-Niveau. Dieses Mal geht es wesentlich lockerer und fröhlicher zu. „Natürlich blond“ hat keine tragischen oder traurigen Momente, fasziniert aber mit Tempo, Humor und einer unglaublichen musikalischen Wucht. „Das Stück ist sehr energiegeladen, deshalb ist es genau richtig für uns“, sagt Regisseur Vanecek.

Die Stichworte Wucht und Energie passen perfekt zur Hauptdarstellerin Janina Jungbluth. Sie spielt Elle Woods, die herzensgute, modefixierte und leicht naive Malibu-Blondine, deren Freund Warren mit ihr Schluss macht. Denn er geht zur Elite-Uni Harvard, um Jura zu studieren, und glaubt deshalb, er verdiene etwas besseres als Elle. Böser Irrtum, Warren.

Elle geht ganz einfach auch nach Harvard und beweist dort nicht nur Intelligenz und Instinkt, sondern auch ein Talent als Anwältin. Ihr Hauptmotiv ist es anfangs, Warren zurückzugewinnen, doch schnell erkennt sie wahre menschliche Werte. Und nebenbei löst sie auch noch einen Mordfall.

Janina Jungbluth singt nicht nur großartig und glockenhell, sie spielt die Rolle der Elle auch mitreißend gut, bringt in Mimik und Bewegung eine berührende Mischung aus Temperament und Verletzlichkeit zum Ausdruck und verdient jeden einzelnen der Jubelrufe beim Premierenapplaus.

Natürlich ist sie nicht allein. Philippe Kayser, er war letztes Jahr der herausragende Protagonist in „Sunset Boulevard“, spielt den blasierten Warren und tut dies mit der für ihn typischen Professionalität, doch „Natürlich blond“ ist ein Stück der starken Frauen. Katharina Scherer, seit Jahren einer der Stars im Ensemble und auch Leistungsträgerin als Gesangslehrerin, spielt die Friseurin Paulette, die sich so sehr einen Iren als Mann wünscht und diesen schließlich auch bekommt, was mit einer Runde Riverdance gefeiert wird.

Wenn Antonia Crames auf der Bühne erscheint, hat der Zuschauer das Gefühl, er sitze in einer Achterbahn und müsse sich irgendwo festhalten. Das ist die Wirkung der Spielfreude und Energie, mit der die Dame auf der Bühne agiert. Ebenso wie Hannah Schabio gehört Crames seit Jahren zum Ensemble der Tufa-Musicals. Sie ist eine Spezialistin für intensive und lustige Momente, ihre Stimme ist ein Erlebnis.

Auch kleinere Rollen sind exzellent besetzt. Sandro Mariotti als aufrichtiger Emmet, Ophelia Wawer als Fitness-Queen Brooke, Claudine Schott zusammen mit Crames und Schabio im griechischen Chor und Regisseur Vanecek selbst als gewissenloser Professor und Chefanwalt Callahan – jedes Detail stimmt. „Natürlich blond“ ist großer Sport.

Die weiteren Aufführungen: 20., 21., 22., 23., 27., 29. und 30. September, 4., 5., 6. und 7. Oktober jeweils um 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr.